Unsere Chronik - kurz gefasst

1953

 

Am 15. Mai wird auf einer Tagung in Neu-Isenburg, an der 26 hessische Filmdienste aus den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten teilnehmen, die „Arbeitsgemeinschaft der Filmdienste für Jugend und Volksbildung“ in Hessen als Dachorganisation der Kreis- und Stadtfilmdienste ins Leben gerufen. Vorläufer waren die Filmkomitees, die „die Aufgabe hatten bei der deutschen Bevölkerung Verständnis, Interesse und Teilnahmen an den Lebensformen des amerikanischen Volkes und der demokratischen Welt zu wecken.“ (Landrat Heinrich Beck, Vorwort 10 Jahre Landesfilmdienst Hessen). Ziel des Zusammenschlusses war, die Filmarbeit stärker und intensiver auf deutsche Verhältnisse auszurichten.

Den Vorsitz übernimmt auf Beschluß der Versammlung Landrat Dr. Otto Vitense, Bad Schwalbach.

 

 

1954

 

Die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft wachsen. Die Förderung der erzieherischen Filmarbeit in Jugendpflege, Erwachsenenbildung und Schule ist das nächste Ziel. Der Aufbau eines eigenen Tonfilmarchives wird erforderlich. Verwendet wird der 16-mm-Lichttonfilm.

Aus der LAF wird der „Landesfilmdienst für Jugend und Volksbildung in Hessen e.V.“, der mit seiner Verleiharbeit am 1. September 1954 beginnt.

Zusammen mit dem neu gegründeten LFD Rheinland-Pfalz wird eine Geschäftsstelle eröffnet.

Geschäftsführer wird Heinz Pieroth, Offenbach. Er ist zugleich Geschäftsführer des Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz. Die Geschäftsstelle wird in Offenbach/Main in der Wasserhofstraße 3 eingerichtet.

Die bestehenden Landesfilmdienste der Bundesländer schließen sich zur „Konferenz der Landesfilmdienste“, Sitz Bad Godesberg, zusammen.

Im Eigenverleih gibt es 39 Filme, vor allem oberer Bundesbehörden, mit 315 Kopien, die in 25.966 Veranstaltungen von 1,8 Mio. Besucherinnen und Besuchern gesehen wurden.

 

 

1955

 

Aufgabe des LFD war es, die Stadt- und Kreisfilmdienste stärker in dem jeweiligen kulturellen Leben zu verändern. Die ersten Filmsichtveranstaltungen werden durchgeführt. Die Kontakte zu der Jugend- und Erwachsenenbildung, der Industrie, den Kirchen und den Gewerkschaften wird vertieft und gefestigt. Filmvorführungen in Industriebetrieben werden aufgenommen.

Zur Förderung der erzieherischen Filmarbeit kommt die Förderung der mitbürgerlichen und politischen Bildung und Information durch das Arbeitsmittel Film. Die Landeszentrale für Heimatdienst überträgt dem LFD Hessen die Durchführung der „Staatsbürgerlichen Filmreihen“. Der LFD arbeitet im Landesfilmkuratorium mit. Der Filmverleih verlagert sich stark aus dem schulischen in den außerschulischen Bereich.

Die Geschäftsstelle geht nun nach Frankfurt in die Souchanystraße 5.

 

 

1956

 

Das erste Verzeichnis über Eigenfilme erscheint. Darüber hinaus entsteht in Verbindung mit dem Landesjugendring Hessen und dem Hessischen Landesverband für Erwachsenenbildung ein in der Bundesrepublik einmaliges Werk, das „Filmeinsatz-Handbuch“. Ein Nachschlagewerk mit Hinweisen für den praktischen Filmeinsatz, mit einer Beschreibung von getesteten, in der Bundesrepublik erhältlichen 16-mm-Tonfilmen.

Der Landesverband für Erwachsenenbildung widmet der Filmdienstarbeit das Heft 5 seiner Zeitschrift.

 

 

1957

 

Das Filmangebot hat sich stark gewandelt. Kamen 1954 fast alle Filme aus amerikanischen Filmotheken, so sind jetzt 65 % der Filme aus deutscher Produktion: Der erste Filmkatalog erscheint im Oktober. Die Broschüre „Der Film in der Wirtschaft“ findet bei Industrie und Handel ein gutes Echo.

Im November beginnen die ersten Filmvorführungen in den hessischen Strafanstalten.

 

 

1958

 

Die Filmdienste haben sich neben den Stadt- und Kreisbildstellen einen festen Platz erworben. Ihre Arbeit in Form von Eigenveranstaltungen und Dienstleistungen für Behörden, Verbände, Organisationen, Parteien und Einrichtungen der außerschulischen Bildung wird lobend anerkannt. Durch Lehrgänge, Seminare und Arbeitstagungen in Verbindung mit dem LFD werden ständig neue Mitarbeiter gewonnen. Neue Arbeitsmittel in Form von Filmbeiheften werden für die Vor- und Nachbereitung bei Filmabenden in der Gruppe geschaffen.

Dr. Siegfried Lehmann, Giessen, wird Geschäftsführer. Die Geschäftsstelle wird in der Friedrich-Ebert-Anlage in Frankfurt eingerichtet.

 

 

1959

 

Ein schweres Jahr für den Landesfilmdienst. Die Geschäftsstelle ist einige Monate ohne Leitung. Es zeigt sich, dass durch die ständig zunehmenden Aufgaben eine gemeinsame Geschäftsführung für die beiden Länder Hessen und Rheinland-Pfalz nicht mehr angebracht ist.

Neuer Geschäftsführer wird Erich Sievers, Darmstadt.

Der LFD Rheinland-Pfalz zieht nach Mainz um und errichtet eine eigene Geschäftsstelle.

 

 

1960

 

Seit 1. Januar 1960 existiert eine eigene Geschäftsstelle in Frankfurt am Main.

Der seit der Gründung des LFD immer wieder im Amt bestätigte Vorsitzende, Landrat Dr. Vitense, scheidet aus dem LFD aus.

Als Nachfolger wird Landrat H. Beck, Hünfeld, von der Mitgliederversammlung gewählt.

Der Landesfilmdienst nimmt zum ersten Mal an der Filmbeschaffung im Rahmen des Bundesjugendplanes teil.

Die hessische Staatskanzlei überträgt dem LFD den Vertrieb ihrer Filme. Das Land fordert durch einen Zuschuss am dem LFD im Rahmen des Landesjugendplanes erstmals die Filmarbeit in der Jugendpflege. Mit einer Reihe namhafter Firmen konnten Verträge über die Übernahme von Industriefilmen abgeschlossen werden.

Der neue Verleihkatalog wird in einer Auflagenhöhe von 4.000 über die Stadt- und Kreisfilmdienste in Hessen verteilt. Sonderkataloge zum Thema „Filme in der politischen Bildung „ und „Filme zur Entwicklungshilfe“ konnten herausgegeben werden.

 

 

1961

 

Auf Grund des gestiegenen Filmeinsatzes erhält der Landesfilmdienst von der Konferenz der Landesfilmdienste einen Prüf- und Schneidetisch. In der Jahreshauptversammlung stellt sich der Geschäftsführer der Konferenz der Landesfilmdienste, Dr. Claus Müller, vor. Beabsichtigt ist, die Vertragsgestaltung über den Filmverleih bundesweit zu vereinheitlichen.

Auf Grund jahrelanger guter Zusammenarbeit übergibt die Landeszentrale für Heimatdienst ihr Filmarchiv an den LFD zum Verleih und zur Pflege der Filme. 226 neue Filmtitel werden übernommen. Die Zahl der Entleihergruppen hat sich auf über 1.000 erhöht. Zusammen mit den 41 Stadt- und Kreisfilmdiensten erreicht die Zahl der Vorführungen 58.000. Mit der verstärkten Übernahme von Industriefilmen in das Angebot wird begonnen. Die Konferenz der Landesfilmdienste ist Mitbegründer der INFORFILM, Sitz Brüssel. Der Hessische Jugendring wird Mitglied. Die staatsbürgerlichen Filmreihen im Auftrag der Hess. Landeszentrale für politische Bildung wurde intensiviert. Mit 823 Veranstaltungen konnten 37.645 Besucher erreicht werden. Erstmals wurde vom Landesjugendamt eine Filmreihe mit jugendgeeigneten Spielfilmen finanziert.

 

 

1962

 

Der neue Verleihkatalog 1962/1963 mit 1.020 Filmtiteln aus 17 Sachgebieten wird in einer Auflage von 3.300 Exemplaren versandt. Besonderer Schwerpunkt ist die politische und staatsbürgerliche Bildung. Die ersten Fernsehproduktionen werden übernommen.

Im Auftrag des Hessischen Ministers für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheit werden die ersten Spielfilmreihen für die Jugendpflege durchgeführt. Das britische Verkehrsbüro übergibt dem LFD das gesamte deutsch- und englischsprachige Filmarchiv der British Travel Organisation zum Vertrieb in der Bundesrepublik.

Das Programm zur Ausstattung mit Tonfilmgeräten wurde fortgesetzt. Im pädagogischen Bereich fanden Sichtschauen, Lehrgänge zur Ausbildung als Filmvorführer, Seminare zum Thema Film in der politischen Bildung statt. Beschlossen wurde, das Filmhandbuch nicht mehr neu aufzulegen, da der Katalog in zweijährigem Rhythmus aufgelegt und durch Ergänzungsblätter jeweils aktualisiert wird. Der Landesfilmdienst erhält erstmals finanzielle Mittel aus dem Hessen-Jugendplan.

 

 

1963

 

Ein weiterer Ausbau der Geschäftsstelle in Frankfurt wird auf Grund der Intensivierung der Filmangebote erforderlich. Erste Überlegungen dazu werden angestellt. Für Nordhessen wird mit der Vorbereitung zur Einrichtung einer Zweigfilmothek in Kassel begonnen.

Der LFD Hessen feiert seinen zehnten Geburtstag. Das Geburtstagsgeschenk: eine große Filmprüfmaschine mit elektronischer Abtastung, die erste dieser Art in Hessen wird aus den USA importiert. Aus Anlass des Jubiläums fand in Wiesbaden am 17. Februar 1964 ein Empfang statt. Die Jubiläumsbroschüre hatte eine Auflage von 2.000 Exemplaren.

Dem Landesfilmdienst gehörten nun mit 48 Filmdiensten fast alle kreisfreien Städte und Landkreise an. Neues Mitglied wurde der Landeswohlfahrtsverband Hessen.

Von einer Reihe aktuelle Filme zur staatsbürgerlichen und politischen Bildung besitzt der LFD die ersten 16-mm-Kopien in der Bundesrepublik.

Lehrgänge, Seminare, Sichtschauen, Erstellung von Arbeitshilfen, Sonderkataloge, Filmbeihefte u.a., sowie Beratung bei der Nutzung des Filmes in der Gruppen- und Verbandsarbeit gehören zu den zuständigen Aufgaben, ebenso wie das Testen und Begutachten von Filmen, die Verhandlungen mit Filmverleihern und Produzenten.

Die Mitgliederversammlung legt den Mitgliedbeitrag neu fest. Er beträgt nun in Kommunen bis 100.000,-- Einwohner 500,-- DM, in Kommunen größer als 100.000 Einwohner 750,-- DM pro Jahr.

 

 

1964

 

Ein Jahr voller Veränderungen und Neuerungen für den Landesfilmdienst. Durch den größer gewordenen Arbeitsumfang ist es notwendig, Büro- und Lagerräume zu vergrößern. Im Laufe des Jahres übersiedelt der LFD aus den gemieteten Räumen in der Friedrich-Ebert-Anlage in Frankfurt in sein durch Kauf erworbenes eigenes Haus in der Kennedyallee 105a in Frankfurt.

Nunmehr steht eine Fläche von 310 m² zur Verfügung. Die Erwerbskosten betrugen 280.000,-- DM, für die erforderlichen Umbauarbeiten mussten noch einmal 45.000,-- DM aufgewendet werden. Das Land Hessen beteiligte sich mit einer finanziellen Zuwendung an der Finanzierung des Projektes.

Der Aufbau einer neuzeitlichen Organisationsstruktur geht zügig voran. Die gestiegenen Arbeitsanforderungen machen ein gegliedertes Organisationssystem erforderlich. Neben dem Geschäftsführer und seiner Sekretärin arbeiten die Finanzsachbearbeiter, die Disponenten, 2 Hilfskräfte und 2 Kopienpfleger.

Im Mai des Jahres wird die Zweigfilmothek in Kassel eingerichtet. Die offizielle Tätigkeit beginnt am 1. September 1964. Damit wird ein großer Schritt zum flächendeckenden Angebot des Landesfilmdienstes Hessen gegangen.

Die staatsbürgerliche Filmreihe der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung wird intensiviert, die politische Bildung hat Vorrang in der außerschulischen Jugendbildung und dies wird entscheidend durch die Arbeit der Landeszentrale und des LFD gestützt.

Eine 2. Filmprüfmaschine wird gekauft, ab sofort werden alle Filme elektronisch überprüft. Bei jeder Inspektion wird der Film gleichzeitig gepflegt. Am Beginn des Geschäftsjahres standen 1.315 Filme mit 5.500 Kopien zum Verleih. Rund 100.00,-- DM wurde für die Anschaffung eigener Filme ausgegeben.

Durch ein besonderes Förderungsprogramm des Hessischen Ministers für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen ist es möglich, 8-mm-Filmgeräte an die Jugendpflege abzugeben. Eine neue Aufgabe in der medienpädagogischen Arbeit im Lande Hessen beginnt.

Erstmals nimmt der neu gegründete Filmbeirat seine Arbeit auf. Bestehend aus Vorstandsmitgliedern und sachkundigen Personen wird er zukünftig den Landesfilmdienst beim Einkauf von Filmen fachkundig beraten.

13 16mm-Filmprojektoren konnten an die Mitgliedsorganisationen verteilt werden. Im September erschien der neue Gesamtkatalog in einer Auflagenhöhe von 3.500 Exemplaren.

 

1965

 

Im organisatorischen Bereich wird die Finanzverwaltung von Hünfeld nach Frankfurt verlegt.

Die Filmothek Kassel entwickelt sich in der erwarteten Weise überaus gut. Mit den zur Verfügung stehenden 1.422 Filmtiteln werden in 56.090 Veranstaltungen 3,4 Mio. Zuschauer erreicht.

Bis zum Jahr 1964 war es möglich, für den Filmankauf Direktmittel aus dem Bundesjugendplan in Anspruch zu nehmen. Dieses Förderungsprogramm ist weggefallen. In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen wird vereinbart, zukünftig einen Zentralverleih geeigneter Spielfilme für die außerschulische Jugendbildung dem Landesfilmdienst zu übergeben. Damit ist gewährleistet, dass die kommunalen Jugendpflegen in Hessen gleichmäßig an ausgesuchtes Filmmaterial gelangen können.

Im verstärkten Maße werden Sonderkataloge und Arbeitsblätter herausgegeben. 16 Sichtveranstaltungen und 18 Vorführlehrgänge fanden statt.

Der Walt Disney 16mm Verleih schloss mit uns einen Miet- und Wartungsvertrag  ab und richtete eine Verleihstelle in der Kennedyallee in unserem Haus ein.

 

 

1966

 

Am 15. November des Jahres verlässt der bisherige Geschäftsführer, Erich Sievers, den LFD.

Neuer Geschäftsführer wird Gerhard Bürgel, bisher Jugendpfleger in Friedberg. Neuer  Vorsitzender wird Landrat Ludwig Pfeifer, Dieburg.

In der Jahreshauptversammlung berichtet der scheidende 1. Vorsitzende Landrat Beck über den seit Beginn der Tätigkeit des Landesfilmdienstes schwelenden Konflikt mit den Kreisbildstellen und der Landesbildstelle. Es sei bekannt geworden, dass die Bildstellen beabsichtigen, den Landesfilmdienst „zu unterwandern und ihn unter ihren Einfluss zu bekommen“. Er habe deshalb nach Abstimmung mit dem Vorstand in einem Brief an die Landräte und Oberbürgermeister gebeten, die Bildstellenleiter nicht zu der Mitgliederversammlung zu entsenden.

Das Land Hessen stellt 130.000,-- DM für die Beschaffung von Filmen und Projektoren zur Verfügung.

19 Filmsichtveranstaltungen, 25 Vorführlehrgänge und 4 Wochenendlehrgänge werden veranstaltet.

 

 

1967

 

Die Umtausch- und Beschaffungsaktion für 16-mm-Filmprojektoren im Bereiche der hessischen Jugendpflege kann verstärkt fortgeführt werden. So werden allein aus Mitteln des hessischen Jugendplanes 18 neue Filmprojektoren beschafft und der hessischen Jugendpflege zur Verfügung gestellt. Das Medienangebot wird erweitert u.a. durch 22 Titel aus der Filmbeschaffungsaktion im Rahmen des X. Hessen-Jugendplanes.

Im Berichtsjahr können weitere 8-mm-Aufnahme- und Bearbeitungsgeräte beschafft und Jugendfilmgruppen leihweise überlassen werden.

Die im Vorjahr erstmals angebotene Bildungsveranstaltungen zum Medium Fotografie in die Arbeit wurden fortgesetzt. So können in drei Lehrgängen 78 Jugendgruppenleiter und Jugendliche mit der Technik des Fotografierens vertraut gemacht werden. Fotografieren und Filmen mit der eigenen 8mm-Kamera werden damit zu einem neuen pädagogischen Angebot. 8mm-Geräte konnten Jugendfilmgruppen leihweise überlassen werden.

 

1968

 

Der Mitarbeiterbestand erhöht sich auf 13 hauptamtliche Kräfte in den Filmotheken Frankfurt und Kassel.

Im Geschäftsbericht werden erstmals Zielsetzungen der grundlegenden Aufgabe des Landesfilmdienstes geäußert, „in allen Bereichen“ des bürgerlichen Lebens die mitbürgerliche Haltung und das staatsbürgerliche Verantwortungsbewusstsein zu wecken und zu entfalten.

Vom Landesjugendamt Hessen werden alle Filme zum Themenbereich des erzieherischen Jugendschutzes übernommen. Nunmehr stehen auch Tonbildserien zum präventiven Jugendmedienschutz zur Verfügung. In Kassel wurden 10 dieser Medien von der Stadt Kassel in das Verleihangebot der Zweigstelle integriert.

In der hessischen Jugendbildungsstätte auf dem Dörnberg wird der erste Lehrgang für Jugendpfleger und Gruppenleiter im 8-mm-Schmalfilmbereich durchgeführt.

Die pädagogische Arbeit wird intensiviert durch die Gestaltung von Wochenendlehrgängen mit den Themen „gezielter Filmeinsatz“, „Filmauswahl“, „Filmdiskussion“ usw.

 

 

1969

 

Als neues Mitglied wird der Landessportbund Hessen in den LFD aufgenommen. Im Verleih gibt es 1.888 Filmtitel mit ca. 7.600 Kopien. Tonbild- und Diareihen gehören jetzt zum Verleihangebot.

Erstmals findet eine Organisationsuntersuchung des Geschäftsablaufes beim LFD statt. Die wertvollen Erkenntnisse führen zur Straffung des Geschäftsablaufes.

Für die Filmothek Kassel wird ein elektronisches Filmprüfgerät angeschafft. Bei 9.602 Verleihvorgängen werden 19.602 Filme verliehen die wiederum in 55.557 Veranstaltungen von 2,4 Mio. Besuchern gesehen werden.

Der 5. Gesamtkatalog wird herausgebracht. Der Medienbestand wird in neuer Form auf über 600 Seiten erläutert. 18 Filmprojektoren gehen an die Mitglieder als Dauerleih. Nach wie vor sind die Staatsbürgerlichen Filmreihen ein wichtiges Verleihangebot. Die pädagogischen Angebote zur Aus- und Fortbildung in der Jugendfilmarbeit werden intensiviert. Geprüft werden soll, ob Fernsehproduktionen für die politische Bildungsarbeit in den Verleih per Ankauf übernommen werden können.

 

 

1970

 

Aus den Entleiherberichten geht hervor, dass die Ausleihen kontinuierlich steigen. Der Landesfilmdienst pflegt die Zusammenarbeit mit Jugendpflege und Jugendhilfe, erstrebt die Förderung der Erwachsenenbildung und stellt den Schulen Filme zur Ergänzung und Vertiefung des Unterrichtes zur Verfügung. Aktuell werden als Ziele formuliert:

Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen und Dienststellen bei der Erörterung und Lösung öffentlicher Aufgaben, die der filmischen Unterstützung zugänglich sind.

Beratung aller Interessenten in Fragen des Filmeinsatzes und der Verwendung optisch-akustischer Hilfsmittel.

Durchführung von Veranstaltungen zur Aus- und Weiterbildung von Gruppenleitern und Erziehern in der Filmarbeit.

Unterstützung aller film- und fernseherzieherischen Maßnahmen.

Kurse zur Ausbildung von Vorführern zur Bedienung der Projektoren.

Hinweise und Beratungen für die Entwicklung auf dem audio-visuellen Mediensektor (Super-8, Video-Recorder, Bild-, Tonträger usw.)

Insgesamt werden 56 518 Veranstaltungen mit 2 824 728 Besuchern durchgeführt. Rund 45 Prozent der Filmvorführungen entfallen auf Arbeitsmittel für politische Bildung.

Der LFD beklagt den Tod des langjährigen 1. Vorsitzenden Landrat Pfeiffer.

Der neue Katalog liegt druckfertig vor.

 

 

1971

 

Die Mitgliederversammlung wählte Landrat Heinrich Beck, Fulda, den bisherigen 2. Vorsitzenden, in das Amt des 1. Vorsitzenden.

Infolge der Ausweitung des Verleihangebotes erhöht sich die Zahl der Mitarbeiter des LFD auf 15. Etwa 10.000 Entleiher aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen beziehen die Filme aus dem Verleih.

Versuche, auch Fernsehproduktionen in den Verleih zu bekommen, scheiterten. Das nach wie vor bestehende Industriefilmangebot erfuhr eine Veränderung durch den Trend zum Werbefilm. Industriefilme, die eine eindeutige werbliche Botschaft enthielten, wurden nicht in den Verleih übernommen.

Erste Vorbereitungen werden getroffen, um zukünftig auch das Medium Video in der außerschulischen Jugendbildung einzusetzen. Damit soll den Veränderungen im audio-visuellen Markt Rechnung getragen werden. Die Vor- und Nachteile der neuen Videotechnik für den Verleih und für die pädagogische Arbeit mit dem Film im Sinne einer eigenen Produktion von Filmen soll in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium erörtert werden.

 

1972

 

Das Medienangebot für den Verleih und die pädagogische Arbeit wird vielfältiger und im Sinne einer ständigen Neuorientierung überprüft. Das gilt auch für die konsequente Herausnahme zeitlich und inhaltlich überholter Verleihmedien aus dem Verleih, aber auch für die Erweiterung der medialen Angebote. Die 6. Auflage (1970/71) des Verleihkataloges ist vergriffen, die Vorbereitungen für den Druck des neuen Kataloges wurden abgeschlossen.

Auf Anregung und mit Unterstützung des Hessischen Sozialministers wird eine zentrale Videothek für Hessen beim LFD eingerichtet. Damit soll die kommunale Jugendpflege in die Lage versetzt werden, ihre Bildungsangebote zu modernisieren und attraktiver zu gestalten. Zu diesem Zweck sollen Videogeräte beschafft und in Dauerleihgaben an die kommunalen Jugendpflegen in Hessen gegeben.

Damit soll die politische Bildungsarbeit modernisiert und effektiver gemacht werden. Als Ziele für die Arbeit einer zentralen Videothek wurde formuliert:

Die Aufzeichnung geeigneter Fernsehsendungen auf Antrag oder selbständig und deren Vervielfältigung zur Archivierung und zum Verleih.

Bereitstellung und Verleih der erforderlichen Geräte und ihre Wartung.

Kontakte zu den Fernsehanstalten.

Beratung der örtlichen Veranstalter der kommunalen Jugendpflege und der Bildungsstätten in medienpädagogischen und technischen Fragen.

Herausgabe eines Informationsblattes zum Einsatz von Video in der Bildungsarbeit.

Durchführung regionaler Konferenzen zum Informationsaustausch.

Durchführung von Lehrgängen zum Erwerb eines Videoscheines.

Vor allen Dingen sollen durch die Aktivitäten der zentralen Videothek der Bildungsarbeit neue Impulse gegeben werden.

 

 

1973

 

Die zentrale Videothek konnte zum Beginn des Jahres ihre Arbeit aufnehmen. In der Geschäftsstelle wurde eine Studioanlage zur Produktion und Aufzeichnung von Programmen eingerichtet mit Kopieranlage.

Durch die finanzielle Unterstützung des Hessischen Sozialministers wurden in Hessen 41 Video-Einheiten der kommunalen Jugendpflege zur Verfügung gestellt und drei Außenstellen der Videothek mit 1“ Anlagen eingerichtet. 107 Mitarbeiter wurden ausgebildet.

Darüber hinaus finden 11 medienpädagogische Seminare statt sowie 14 Filmsichtveranstaltungen und 57 Filmvorführer-Lehrgänge statt.

Bedingt durch die Verwaltungs- und Gebietsreform in Hessen und die Zusammenlegung von Landkreises reduziert sich die Zahl der kommunalen Mitglieder.

 

 

1974

 

Der Kopienbestand des Landesfilmdienstes hat sich auf rund 7.300 16-mm-Kopien erweitert. Insgesamt stehen 1.684 Filmtitel zur Verfügung.

Am 11. Juni 1974 beschließt die Mitgliederversammlung eine Neufassung der Satzung, die es ermöglicht, den LFD den neuen Aufgaben der Medienentwicklung anzupassen.

Die erste Ausgabe der „AV-Information der Hessen-Videothek“, eine eigene Zeitschrift für die Mitglieder  erscheint, weitere vier Ausgaben folgen. Inhalte sind vor allem Themen der Medienpädagogik, der audio-visuellen Medientechnik, Programminformationen sowie Arbeitshinweise für den Videobereich.

Am 24.06.1974 wird der LFD Hessen durch das Landeskuratorium für Jugendbildung nach dem Jugendbildungsförderungsgesetz des Landes Hessen als Träger außerschulischer Jugendbildung anerkannt. Dadurch wird es möglich, einen Bildungsreferenten und eine Halbtagsschreibkraft mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen einzustellen.

 

 

1975

 

Trotz der Umstrukturierung auf dem Medienmarkt, insbesondere durch die Videotechnik, gelingt es, die Verleihzahlen zu erhöhen. Erstmals wird der VTR-Ausweis für die Arbeit an den Video-Dauerleihgaben ausgegeben. Vorübergehende Schwierigkeiten ergeben sich im Versandgeschäft, weil viele Express-Bahnhöfe von der Bundesbahn aufgelöst werden. Es sind daher neue Wege für den Verleih zu erproben.

Die Nachfrage nach Spielfilmen verstärkt sich zunehmend. Außerdem werden aktuellere Filmbeiträge für die filmpädagogische Arbeit angefragt. Die Verleihstatistik wies 62.036 Vorführungen mit 2,6 Mio. Besuchern aus. 1.784 Titel standen dabei zur Verfügung. Die 8. Auflage des Filmkataloges wurde fertiggestellt und ausgeliefert.

Eine weitere Ergänzung der Satzung wurde in der Jahreshauptversammlung am 10.6. beschlossen. Dadurch wird es möglich, den nach dem Jugendbildungsförderungsgesetz erforderlichen Bildungsbeirat einzurichten. Er soll bestehen aus je zwei Vertreter der Jugendverbände, der Jugendringe, der kommunalen Jugendpflege und dem Bildungsreferenten unseres Hauses.

Nach wie vor hoch bleibt die Frequenz der Vorführlehrgänge. Es fanden 57 Veranstaltungen mit 515 Teilnehmern im Filmbereich, 33 Veranstaltungen mit 217 Teilnehmern im Videobereich statt.

 

 

1976

 

Das Selbstverständnis unserer Einrichtung wird verstärkt im publizistischen Sinne beschrieben „mit dem pädagogischen Ziel, über die politische und kulturelle, wirtschaftliche und industrielle Entwicklung in einer sich rasch wandelnden Welt zu informieren.“ (Quelle: Vorwort Geschäftsbericht 1976). Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, individuelle Entscheidungen für das private, berufliche und politische Handeln zu erleichtern.

Es wird deutlich, dass die  Anforderungen an das Filmangebot und die pädagogische Arbeit steigen.

Im Medienverleih hält die Videokassette Einzug, rund 300 ausleihfähige Videos stehen bereits zur Verfügung.

 

 

1977

 

Die Mitgliederversammlung folgt dem Vorschlag des Vorstands und setzt die Jahresmitgliedschaft pro 50.000 Einwohner auf 300,-- DM fest.

Erstmals stehen über 2.000 Titel den Entleiher-Gruppen kostenlos zur Verfügung. 65 Einrichtungen der kommunalen Jugendpflege sind mit Video-Recordern ausgestattet. In der zentralen Videothek gibt es nun 6 portable Videoanlagen, die entliehen werden können. Diese wurden im Berichtsjahr 127-mal ausgeliehen.

Der Verleih erbrachte 86.1654 Vorführungen mit 3,1 Mio. Besuchern.

Der Katalog wurde in der 9. Auflage herausgebracht.

 

 

1978

 

Der LFD Hessen ist in der glücklichen Lage, das Angebot auf Landesebene zu intensivieren. Im Sommer 1978 wird in Fulda eine Zweigfilmothek eingerichtet. Die offizielle Verleihtätigkeit beginnt am 1. Juli 1978. Damit wird das flächendeckende Angebot des LFD in Hessen systematisch erweitert.

Um das Filmangebot im Bereich der Spielfilme zu erweitern, beschloss die Mitgliederversammlung die Gründung einer Filmtruhe GmbH mit dem Sitz in Fulda. Damit soll den Wünschen der Entleiher Rechnung getragen werden, attraktive und neuere Filmproduktionen für den 16mm-Verleih zu erhalten.

Die Beschaffungsprogramme technischer Einrichtungen wie Filmprojektoren, Videoanlagen, Diaprojektoren usw. als Grundlage für pädagogische Aktivitäten wurde bilanziert. Allein für die Filmarbeit stehen aktuell 279 Geräte in 79 Einrichtungen des Landes im Einsatz.

Der Jugendbildungsbeirat, der nach den Richtlinien des Jugendbildungsförderungsgesetzes der Unterstützung der medienpädagogischen Arbeit dient, wird eingerichtet und personell besetzt.

 

1979

 

Der LFD beschäftigt jetzt 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die medienpädagogische Arbeit, insbesondere im Videobereich, dehnt sich so stark aus, dass eine zweite Medienpädagogenstelle (Bildungsreferent) beschlossen wird.

Notwendig war es außerdem, einen Techniker einzustellen, damit die umfangreichen Wartungsarbeiten rasch und unkompliziert erfolgen können. Die Videotechnik entwickelt die außerschulische Bildung zu einem dominanten medienpädagogischen Arbeitsfeld. 714 Verleihvorgänge zeigen, wie intensiv mit der Videotechnik in der außerschulischen Bildung gearbeitet wird.

Das Verleiharchiv umfasst 2.130 Titel. Ausgedehnt wird das Spielfilmangebot des LFD, da die Nachfrage an Spielfilmen ständig zunimmt.

 

 

1980

 

In der Geschäftsführung gibt es einen Wechsel. Der langjährige Geschäftsführer Gerhard Bürgel wurde in den Ruhestand versetzt. Der Vorstand wählt Detlef Ruffert aus Steffenberg, Kreisjugendpfleger im Landkreis Marburg-Biedenkopf, zum neuen Geschäftsführer. 

Bei der Vorstellung in der Jahreshauptversammlung wies er auf die Notwendigkeit hin, das filmische Angebot zu modernisieren, um Impulse für die Bildungsarbeit neu zu generieren. Zum anderen sei es notwendig, die medienpädagogische Arbeit zu intensivieren als Beitrag zu außerschulischen politischen Jugendbildung.

Die nunmehr vorhanden zwei Bildungsreferentenstellen in der Videothek bzw. medienpädagogischen Arbeit wurden ebenfalls neu besetzt.

Die av-information erscheint in einer Neugestaltung, sie wendet sich nun auch an Interessenten außerhalb des Mitgliederkreises. Der Landesfilmdienst will versuchen, über die medienpädagogischen Aktivitäten und Entwicklungen regelmäßig zu informieren. Ein erstes Bildungsprogramm wurde erarbeitet.

Die Geräteausstattung konnte weiter verbessert werden. Insgesamt 21 Video-Einheiten wurden für die Dauerleihe angekauft.

Die Anzahl der nachgewiesenen Filmvorführungen stieg auf 94.051, insbesondere auch Dank der der intensiven Verleiharbeit in den Filmotheken Kassel und Fulda.

 

 

1981

 

„Im Übergang von 1980 in das Geschäftsjahr 1981 hat sich ein Umbruch vollzogen und zwar der Schritt aus dem nur Filmverleih in verantwortete pädagogische Mitarbeit.“ (Zitat: Heinrich Beck, Vorwort Geschäftsbericht 1980). Der Haushaltsplan wird umgestellt. Die institutionelle Förderung erfordert eine kameralistische Haushaltsführung. Damit soll den umfangreicher gewordenen Aufgaben Rechnung getragen werden.

Im Mittelpunkt stand die 25-Jahrfeier in der Sportschule des Landessportbundes. In seinem Geleitwort betonte der Hess. Sozialminister Armin Claus, dass der Landesfilmdienst längst aus einer reinen Verleihtätigkeit zur pädagogischen Breitenarbeit übergegangen ist.

Die Filmtruhe GmbH erfüllte nicht die in sie gesetzten Erwartungen und wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung aufgelöst.

Der Vorstand beschloss eine Honorarordnung und eine Gebührenordnung. Als neue Mitglieder aufgenommen wurden der Deutsche Gewerkschaftsbund und das Jugendherbergswerk.

Für die beiden Halbjahre wurden Bildungsprogramme aufgelegt. Der Katalog wird neu strukturiert, um dem Spielfilmangebot Raum zu geben.

Die Zusammenarbeit mit der Universität Marburg wurde begonnen mit einer Veranstaltung zur Einführung in die außerschulische Medienarbeit.

Die medienpädagogischen Überlegungen und Neuorientierungen wurden bei einer Sitzung der Hessischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendamtsleiter vorgestellt.

Im Medienverleih zeigten sich leichte Rückgänge um ca. 10%. Eine umfangreiche Analyse konzentrierte sich auf eine zunehmende Veränderung durch die technischen Möglichkeiten des Videomitschnitts in der Bildungsarbeit, der Verleihgewohnheiten und der Konzentration auf Spielfilme in der außerschulischen Jugendarbeit und weniger auf Kurz- und Informationsfilme.

 

 

1982

Die konzeptionellen Überlegungen orientierten sich an dem obersten Anliegen, den Landesfilmdienst als medienpädagogische Fachstelle für die hessische Jugend- und Erwachsenenbildung zu definieren.

Die Mitgliederversammlung beschließt am 24.05.1982 die Neufassung der gründlich überarbeiteten Satzung. Die Aufgaben werden neu beschrieben und der Medienpädagogik ein stärkeres Gewicht eingeräumt. Auch der Name wird verändert in „Landesfilmdienst Hessen für Jugend- und Erwachsenenbildung“.

Der Katalog in der 11. Auflage wurde neu vorgelegt. In der Filmarbeit wurden im Sinne einer aufsuchen Filmarbeit neue zielgruppenorientierte Veranstaltungen kreiert, vor allem in der Seniorenarbeit. Im Berichtsjahr wurden bereits 90 Veranstaltungen gebucht und durchgeführt.

Als neues Mitglied wurde der Landesverband der ev. Jugend Hessen gewonnen.

Begonnen wurde mit dem Umbau der Geschäftsstelle in Frankfurt, um den veränderten Aufgabenstellung Rechnung tragen zu können.

Die Arbeit des Landesfilmdienstes wurde im Hessischen Rundfunk sowie im Regionalprogramm Studio Kassel vorgestellt.

Für das Drogen-Präventivprogramm der Hessischen Landesregierung übernahmen wir die Beschaffung geeigneter Medien.

Dank der Kontakte des Vorstandsmitglieds Walter Buschmann konnten von der Sowjetischen Botschaft rund 50 Filme übernommen werden, die in den Sowjetrepubliken gedreht wurden.

Die Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung wurde auch auf das Spielfilmprogramm ausgedehnt. Erstmals wurde, neben dem Hessentag, auch an einem Stand bei der Herbstausstellung in Kassel Filme gezeigt.

Intensiviert wurde die Bildungsarbeit. Es fanden 206 Veranstaltungen mit 2.560 Teilnehmern statt. Vier Bildungsurlaubsveranstaltungen wurden durchgeführt. Für die filmpädagogische Arbeit konnte eine personelle Verstärkung gewonnen werden durch die Einrichtung einer ABM-Maßnahme.

 

 

1993

 

Das Schwerpunktthema der Jahreshauptversammlung war: „Neue Medien in der außerschulischen Jugendbildung“. Eine dritte Jugendbildungsreferentenstelle für diesen Aufgabenbereich wurde eingerichtet.

Personell wurde die filmpädagogische Arbeit durch 2 ABM-Stellen in Kassel und Fulda ausgeweitet mit dem Auftrag der aufsuchenden Filmarbeit. Es wird damit begonnen, in den Filmotheken Projekte der „aktiven Filmarbeit“ aufzubauen. Der Landesfilmdienst übernimmt dabei Filmveranstaltungen in Einrichtungen, bei Veranstaltungen, geht also über den reinen Medienverleih hinaus.

Erstmals wurden zwei Ausbildungsstellen für Verwaltungslehrlinge eingerichtet.

Es gibt eine stärkere Nachfrage nach der Videokassette im Medienverleih. Ein Prospekt der Südafrikanischen Botschaft, das über die Konferenz der Landesfilmdienste durch uns verteilt wurde sollte, wurde gestoppt mit der Begründung, dass einseitig die Apartheidpolitik positiv dargestellt wird.

Der Medienverleih veränderte sich zunehmend. Rückläufig sind die Ausleihzahlen der außerschulischen Jugendarbeit. Kompensiert wird dies durch Intensivierung anderer Bereiche, z. B. der schulischen Weitergabe von Filmen. Im Seniorenfilmbereich wurden 368 Filmveranstaltungen landesweit angeboten. Erstmals wurden mit ausgesuchten Filmen Kinderfilmwochen durchgeführt. Im Medienbestand gibt es 185 Videokassetten. Filmgeber gehen dazu über 16mm-Filme auf Video anzubieten.

Die bilaterale Zusammenarbeit mit dem Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz wurde gestärkt. Erstmals gab es eine gemeinsame Vorstandssitzung.

Die Konferenz der Landesfilmdienste zeigte sich nach wie vor veränderungsresistent.

In der Bildungsarbeit wurde verstärkt die Fotografie eingesetzt,

 

 

1984

 

Die vierte Filmothek des Landesfilmdienstes in Marburg wird eingerichtet. Leider zerschlagen sich Die Bemühungen, gemeinsam mit der Bildstelle der Stadt ein Medienzentrum einzurichten.

Die aktive Filmarbeit wird ausgebaut. Durch die Einrichtung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen  in Kassel und Fulda wird es möglich, ein umfangreiches Senioren-Filmprogramm zu beginnen, das sich an Altenheime besonders wendet. An 523 Filmveranstaltungen nehmen 20.369 Personen teil. Bei Kinder- und Jugendfilmwochen werden 105 Veranstaltungen durchgeführt. Neben dem Hessentag ist der Landesfilmdienst nun bei vier weiteren regionalen Messen mit dem Non-Stopp-Kino beteiligt.

Dank der aufsuchenden Filmarbeit, der regionalen Filmarbeit und dem Einsatz der Filme bei Messen und Ausstellungen gelingt es, den Verleih zu stabilisieren.

Die Filmothek Kassel konnte das 20-jährige Bestehen feiern. Hans Geismar wurde Ehrenmitglied auf Beschluss des Vorstands.

In der außerschulischen Bildung wurde das Thema „Medien und Gewalt“ mit dem Blick auf die Videoproduktionen gewalthaltiger Filme stark nachgefragt.

Verstärkt wurden die medienpädagogischen Angebote im vorschulischen Bereich. Derr Verleih von Spielfilmen aus der Filmtruhe wurde endgültig eingestellt.

Die praktische, produktorientierte Medienerziehung wurde weiter erprobt und in das Zentrum der Bildungsangebote gerückt. Am Ende eines Bildungsprozesses steht die Videokassette, eine Ton-Bild-Schau, eine Fotoausstellung als vorzeigbares und vorführbares Produkt.

Die Landesverbände der Sozialistischen Jugend „Die Falken“ und der Naturfreundejugend wurden neue Mitglieder.

 

 

1985

 

Der Geschäftsbericht wurde erstmals in tabellarischer Form erstellt. Die Filmausleihen reduzieren sich weiterhin. Im Vergleich aller Landesfilmdienste ist der Landesfilmdienst Hessen mit rd. 20 % am Gesamtergebnis der Konferenz der Landesfilmdienste beteiligt.

Die kritische Di8skussion wegen der Filme des Südafrikanischen Verkehrsbüros und der Südafrikanischen Botschaft führte zu dem Beschluss, die Kriterien für die Aufnahme von Filmen in den Verleih neu zu ordnen.

Die Kennedyallee 105a in Frankfurt wird umgebaut und renoviert. Es dringend nötig, weil es im Filmlager große Probleme gab. Der Zuschnitt der Räume wurde zum Teil verändert, um mehr Büroräume für die pädagogische Abteilung er erhalten.

Der dritte Bildungsreferent nach dem Jugendbildungsförderungsgesetz wird eingestellt.

 

 

1986

 

Der Schwerpunkt Medienpädagogik wird verstärkt. Mit der Umstellung der finanziellen Förderung auf eine institutionelle Förderung des Sozialministeriums wird es möglich, zwei weitere Pädagogen einzustellen, mit dem Schwerpunkt der Medien- und Kommunikationspädagogik.

Erstmals wird eine Medienpädagogin beschäftigt mit dem Schwerpunkt Frauen- und Mädchenarbeit mit Medien.

In der Filmothek Kassel wird in Kooperation mit nordhessischen Gemeinden und Landkreises ein Angebot an kultureller Filmarbeit entwickelt.

Es fanden 629 Veranstaltungen mit 4.948 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Als neuer 1. Vorsitzender wird Landrat Willy Blodt, Groß-Gerau, gewählt.

Die av-information erhält ein neues Gesicht und einen neuen Inhalt. Sie wird umgestaltet zu einer Schrift, die grundsätzliche Fragen der Medienentwicklung medienpädagogisch verarbeitet.

 

 

1987

 

Die Mitgliederversammlung beschließt, die Filme der Südafrikanischen Botschaft und des Südafrikanischen Verkehrsbüros nicht mehr zu verleihen als Protest gegen die Apartheidpolitik.

Der Personalabbau in den Filmotheken beginnt. Grund ist der stärker werdende Rückgang des Medienverleihs. Die Videokassette wird zu einer heftigen Konkurrenz des 16mm-Films. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten mit dem Video-Recorder aktuelle Mitschnitte aus dem Fernsehen aufzunehmen; ein Verleih wird damit überflüssig.

Das Sozialministerium zieht sich aus der Filmarbeit zurück mit der Begründung, man wolle sich auf die Medienpädagogik mit der finanziellen Förderung konzentrieren und für den Film gäbe es eine Filmförderung in Hessen.

Die 12. Auflage des Verleihkataloges erscheint in einem völlig überarbeiteten Layout. Auf dem Hessentag wurde erstmals das Medienpolitische Forum veranstaltet. Die medienpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen diskutieren über die aktuelle hessische Medienpolitik.

Die Umbauarbeiten konnten, bis auf die Kellerräume, abgeschlossen werden.

Die freiwerdende Stelle des filmpädagogischen Referenten wurde nicht neu besetzt. Als Medienfachstelle konnten wir die Aufgabe der Überspielung abgelöster Fernsehsendungen für das Grimme-Institut übernehmen.

Der Geschäftsführer des LFD Rheinland-Pfalz informierte die Mitgliederversammlung über die Aktivitäten im Kanal Bürgerservice ein neues Aufgaben- und Arbeitsfeld zu erschließen.

Der Medienverleih geht kontinuierlich zurück. Verstärkt zeigt sich die Nachfrage in der Bildungsarbeit. Eine besondere Rückfrage gibt es in der vorschulischen Bildung. Angesichts der neuen jugendlichen Medienwelten konzentriert sich die inhaltliche Arbeit auf die Auseinandersetzung mit den vorherrschen gesellschaftlichen Abbildungsverhältnissen. Ziel ist es, das sich Jugendliche verstärkt in die mediale Kommunikation einbringen.

 

 

1988

 

Durch den zurückgehenden Medienverleih ergeben sich finanzielle Probleme, die durch Reduzierung von Personal aufgefangen werden. Der Vorstand und die Mitgliederversammlung stellten die Forderung an das Land Hessen wegen einer spürbaren Erhöhung der Landeszuwendungen.

Die Kontakte zu den offenen Kanälen Fernsehen wurden verstärkt.

Das zehnjährige Bestehen der Filmothek in Fulda wird gefeiert.

An den 610 Veranstaltungen der außerschulischen Bildung nahmen 5.120 Personen teil. Besonders die medienpädagogischen Seminare wurden im Rahmen der Bildungsangebote und Kooperationen insbesondere mit der Jugendförderung und den Jugendverbänden stark frequentiert. Durch eine weitere personelle Erweiterung wird in Kassel die Seniorenfilmarbeit intensiv weiter entwickelt.

 

 

1989

 

Intensive strukturelle Diskussionen löste das Vorhaben des Sozialministeriums aus, die finanzielle Förderung nicht mehr als institutionelle Förderung zu bewilligen, sondern konzentriert als Projektförderung mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik.

Landesmittel des Sozialministeriums für die Beschaffung von Geräten für die Medienarbeit der kommunalen Jugendpflege und der kommunalen Jugendbildungswerke werden nicht mehr bewilligt. Damit gibt es keine Geräte-Dauerleihgaben des Landesfilmdienstes in Hessen mehr. Dies wirkte sich auf das Mitgliedsinteresse negativ aus. Strukturelle Überlegungen wurden angestellt, die Filmothek in regionale Medienzentren weiter zu entwickeln mit einem breiten filmpädagogischen und medienpädagogischen Angebot neben dem tradierten Medienverleih.

Der Katalog wird in der 13. Auflage herausgebracht.

Auf Grund des geringer werdenden Medienverleihs wurden vier Stellen in den Filmotheken nicht mehr neu besetzt. Die Filmothek Kassel feiert das 25jährige Bestehen.-

Die Bemühungen eine finanzielle Förderung für die Filmarbeit aus der Hessischen Filmförderung zu erhalten, schlugen fehl.

Erstmals tagt die Filmauswahlkommission der Obersten Landesjugendbehörden in der Kennedyallee 105a nach dem Frankfurter Kinderfilmfestival.

Kontakte zu Einrichtungen in der ehemaligen DDR, insbesondere nach Erfurt wurden aufgenommen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt wird die erste Kinder- und Jugendvisionale Veranstaltung mit dem Inhalt die Eigenproduktionen in der medienpädagogischen Arbeit aufzuwerten.

Schwerpunktartig wurden im Ton-Dia-Bereich gearbeitet und in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf fand erstmals ein Computercamp für 10-14-Jährige statt.

 

 

1990

 

In Thüringen erfolgte eine Gründung des Landesfilmdienstes. Initiator war vor allem der Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz. Das innerdeutsche Ministerium stellte 500.00,-- DM zur Verfügung als Anschubfinanzierung für sich neu gründende Filmdienste in den neuen Bundesländern.

Mit dem Landesfilmdienst Thüringen wurde eine Partnerschaftsvereinbarung abgeschlossen mit dem Ziel, dort die medienpädagogische Arbeit zu unterstützen. 

Die finanzielle Förderung wird auf neue Füße gestellt. Die bisherige Förderung aus vielen Einzelbereichen, bestehend aus institutioneller Förderung, Förderung des Geräteankaufs, der Arbeit mit Kindern usw. wird zusammengelegt zu einer Projektförderung Medienpädagogik. Die Förderung nach dem Jugendbildungsförderungsgesetz wird davon nicht betroffen.

Das Sozialministerium gibt kein Geld mehr für die Filmbeschaffung aus. Weder für den Kinder- und Jugendfilm, noch für den Kurzfilm, der in der Bildungsarbeit einzusetzen ist, gibt es finanzielle Mittel.

Der Personalabbau in den Filmotheken setzt sich fort.

In Zusammenarbeit mit Atlas-Schmalfilmverleih und finanzieller Unterstützung der hessischen Filmförderung wurde ein nicht-gewerbliches Kinoprojekt mit dem Titel „Power für die Provinz“ inhaltlich vorbereitet und mit 10 Spielstellen in Hessen umgesetzt.

Die Mitgliederversammlung beschließt eine Neufassung der Satzung. Zukünftig nennt sich der Landesfilmdienst „Fachstelle für Medien- und Kommunikationspädagogik“. Auf den Filmbeirat wird als Gremium des Vereins verzichtet, weil kein Filmankauf mehr getätigt werden kann.

Neu eingerichtet wird ein Kuratorium, das sich beratend und fördern mit der Entwicklung der Medien- und Kommunikationspädagogik auseinandersetzen soll.

Zum ersten Mal findet eine Landestagung statt, die konzentriert für den Bereich der Jugendpflege und Jugendbildung in Hessen jährlich ein mediales Schwerpunktthema erarbeiten und damit verbreiten soll.

Beim Hessentag findet erstmals ein medienpolitisches Forum mit Landtagsabgeordneten statt.

 

 

1991

 

Das Jahr ist geprägt von zunehmenden Unsicherheiten, die sich auch auf die inhaltliche Arbeit insgesamt auswirken. Die ungeklärten finanziellen Botschaften aus Wiesbaden, die zurückgehenden Verleihzahlen einerseits und die strukturellen Neuüberlegungen andererseits fordern die Mitarbeiter und den Vorstand in besonderem Maße heraus. Besonders die Diskrepanz zwischen der von allen Fraktionen des Landtags benannten medialen Herausforderung und den reduzierten finanziellen Perspektiven sind belastend.

Die Ton-Dia-Produktion „One year after“ wird bei dem Ton-Dia-Wettbewerb in München ausgezeichnet.

Bei der Mitgliederversammlung präsentiert der Landesfilmdienst ein pädagogisches Konzept zur Mitarbeiterfortbildung (mit Zertifikat). In der medienpädagogischen Arbeit wird verstärkt darüber nachgedacht, die Angebote für jüngere Jugendliche, also den Altersbereich 10-14 Jahren auszubauen.

Neuer Vorsitzender wird Staatssekretär a.D. Paul-Leo Giani.

 

 

1992

 

Auf die Neuauflage des Kataloges wird verzichtet. Die Besteller erhalten nach Schlagworten aktuelle ausgedruckte Filmlisten. Damit können neue Kunden gewonnen werden.

Das erste Projekt „Power für die Provinz“ findet statt. Aus Mitteln des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft, aus den Filmfördergeldern, wird ein Projekt gefördert, das die filmkulturelle Arbeit in kinolosen Orten zum Ziel hat. Der Landesfilmdienst betreut das Projekt organisatorisch und pädagogisch.

Der Rechnungshof des Landes Hessen überprüft den Landesfilmdienst im Bereich der finanziellen Zuwendungen für die Medienpädagogik und außerschulische Bildung. Der Filmbereich findet keine Beachtung, weil es sich hierbei um den nicht subventionierten Teil der Dienstleistungen des Landesfilmdienstes handelt.

Der Vorstand beschließt, stärker b ei den Bildungsangeboten Drittmittel einzuwerben, bzw. von den Kooperationspartner finanzielle Beiträge einzufordern, weil die bisherige finanzielle Förderung des Landes für die Bildungsarbeit nicht mehr gegeben ist. Im Medienverleih werden Überlegungen angestellt, den Einzelverleih zu reduzieren und zukünftig Verleihdepots in pädagogischen Einrichtungen aufzubauen.

Der Medienverleih hat sich nun deutlich umorientiert auf die Videokassette. Der 16mm-Tonfilm spielt eine immer geringer werden Rolle im Verleih. In den vier Filmotheken brechen alte Kunden weg, neue kommen nicht hinzu. Erste Überlegungen werden angestellt, Filmotheken ganz zu schließen.

Im Offenen Kanal Kassel findet zur Eröffnung die erste Live-Sendung statt mit dem Titel „Im Bahnhof wird gefeiert“. Es moderiert Detlef Ruffert diese Sendung.

 

 

1993

 

Der rückläufige Medienverleih beginnt sich zu stabilisieren. Neue zusätzliche Verleihform wird die Dauerleihgabe, die von pädagogischen Einrichtungen gern in Anspruch genommen wird.

Bei der Mitgliederversammlung des Hessischen Landkreistages hält der Vorsitzende Paul-Leo Giani ein Referat über die Rolle der Medien in der Kulturarbeit der Kommunen.

Dem Vorstand gelingt es, die angekündigte 10%ige Kürzung der Landesmittel abzuwenden.

Das Modell „Landesfilmdienst regional“ wird durch eine Zusammenarbeit von vier Gemeinden im Landkreis Darmstadt möglich. Leider haben sich alle anderen Verhandlungen im Land Hessen für dein Regionales Medienprojekt als nicht tragfähig erwiesen.

Nachdem im Jahr 1992 der Rechnungshof den Landesfilmdienst geprüft hat, liegt nun der Abschlussbericht vor. Der Bericht bejaht die gemeinnützige Vereinsstruktur unserer medienpädagogischen Einrichtung.

Die Landeszentrale für politische Bildung überlässt die medienpädagogische Arbeit im Sinne der politischen Bildung unserer Einrichtung. Der Verleih der Medien und der Medien der Bundeszentrale wird weiterhin nicht finanziell honoriert.

Angesichts der gewandelten Aufgabenstruktur wird der Vorstand beauftragt, einen neuen Namen für den Verein zu finden.

 

 

1994

 

Der Medienverleih stabilisiert sich durch das neue Vertriebskonzept der Dauerleihgaben. Nachdem die Bestandsverwaltung der Medien datenmäßig erfolgen kann, wird jetzt daran gearbeitet, einen Verleihkatalog auf Diskette herauszubringen.

Das Projekt LFD-Regional in Reinheim beginnt. Dazu wird eine Stelle nach dem Jugendbildungsförderungsgesetz eingerichtet. Der Landesfilmdienst hat damit sechs Pädagogenstellen. Die beteiligten Gemeinden Reinheim, Mühltal, Dieburg und Groß-Umstand bringen 20% der Personalkosten auf. Das Aufgabenfeld ist die Entwicklung einer örtlichen medienpädagogischen Arbeit, die Vernetzung von schulischen und außerschulischen Angeboten und die kulturelle Medienarbeit mit unserem produktorientierten Bildungsansatz.

Das neu eingerichtete Kuratorium befasste sich mit grundlegenden Fragen der medialen Herausforderungen. Erarbeitet wurde eine Projektskizze „Medienerziehung und Medienpädagogik in Hessen“.

Erstmals werden Mittel aus der hessischen Filmförderung für den Filmankauf bewilligt.

In der Mitgliederversammlung wird der Landesfilmdienst endgültig auf die medienpädagogische Schiene gebracht. Es erfolgt eine Umbenennung in „Landesfilmdienst Hessen e. V. - Institut für Medienpädagogik und Kommunikation“ (MuK)

Zum 40-jährigen Jubiläum präsentiert sich der Landesfilmdienst mit einer eigenen Sendung am 10.11.1994 im „Offenen Kanal“ in Kassel. Außerdem fand am 28.11.1994 aus Anlass des 40-Jährigen Jubiläums eine Landestagung statt, die sich mit der Frage der Ästhetik und Bildung beschäftigte.

Als Untermieter zog der Bundesverband Jugend und Film in das Dachgeschoss der Kennedyallee 105a ein.

 

 

1995

 

Der Empfang zum 40-jährigen Jubiläum hat am 24.01.1995 stattgefunden. Über 100 geladene Gäste besuchten den offiziellen Empfang zum Jubiläum durch den Hessischen Ministerpräsident Hans Eichel im Schloss Biebrich zu Wiesbaden.

Die Medienpädagogik wird von der Hessischen Landesregierung als Zukunftsaufgabe nicht nur der außerschulischen Bildung, sondern auch der Kultur und schulischen Bildung zugeschrieben.

Das neue Outfit des Landesfilmdienstes wurde zum ersten Mal beim Hessentag in Schwalmstadt der Öffentlichkeit präsentiert. Dort fanden 42 Einzelveranstaltungen statt.

Mit dem Europaministerium konnte erstmals eine Kinderfilmreihe präsentiert werden. Aus dem Fotoseminar während des Hessentages ist ein Bildband der Stadt Schwalmstadt über den Hessentag hervorgegangen.

Höhepunkt des Jahres war die Ausstellung „Medienerziehung – Medienbildung - Medienkompetenz – 40 Jahre Landesfilmdienst Hessen e.V.“ in der Lobby des Hessischen Landtags, die vom Landtagspräsident Klaus Peter Möller eröffnet wurde.

Mit zwei eigenständigen Filmveranstaltungen beteiligte sich der Landesfilmdienst darüber hinaus an den Veranstaltungen des Landes Hessen zum 50-jährigen Jubiläum des Landes im ehemaligen IG-Farbenhaus in Frankfurt.

Im Offenen Kanal Kassel wurden mehrere halbstündige Sendungen produziert, die sich inhaltlich an aktuellen Themen orientierten und die mit Filmausschnitten aus dem Verleihangebot des Landesfilmdienstes unterlegt wurden.

Die vom Vorstand intensiv betriebenen Versuche einer stärkeren Vernetzung und Kooperation mit der Staatlichen Landesbildstelle führte nicht zum Erfolg. Der seit den Gründertagen des Landesfilmdienstes schwelende Konflikt konnte nicht aus dem Weg geräumt werden. Wir werden immer noch und aktuell wieder als Konkurrenz im Medienverleih betrachtet.

Der Medienverleih zeigte rückläufige Tendenzen. Mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung konnte ein neuer auf Verleihaktivitäten basierender Vertrag abgeschlossen werden. Die Filme der Bundeszentrale für politische Bildung, für die keine Verleihkostenentschädigung gezahlt wird, wurden zurückgegeben. Intern wurde im Verleih ein neues EDV-Programm, das auch die Erstellung von Katalogverleihdisketten ermöglicht, eingeführt. Im Rahmen des Programms „Arbeit statt Sozialhilfe“ wurde in Marburg eine Stelle für Öffentlichkeits- und Pressearbeit eingerichtet.

Am Haus in der Kennedyallee 105a zeigten sich erhebliche bauliche Mängel. Die Grundmauern mussten mit einem hohen Kostenaufwand saniert werden.

Die Archivfilme wurden in die Räume der Filmothek nach Fulda verlagert.

 

 

1996

 

Im Kuratorium des Landesfilmdienstes wurde festgestellt, dass die Medienpädagogik eine zunehmende Bedeutung erhält, angesichts der Entwicklungen der Medien- und Informationsgesellschaft Medienkompetenzen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern und zu entwickeln. Der Vorsitzende des Landesfilmdienstes Paul Leo Giani in der Konferenz der Landesfilmdienste als Stellvertreter gewählt. Walter Buschmann, der bisher den Landesfilmdienst im Vorstand vertrat, beendete seine Tätigkeit.

Das im vergangenen Jahr erfolgreich durchgeführte Projekt „Power für die Provinz“ konnte nicht fortgesetzt werden.

Das Sozialministerium teilte mit, dass es nicht mehr mit beratender Stimme an den Sitzungen des Vorstandes teilnehmen möchte. Als Ergebnis der Förderung nichtgewerblicher Filmarbeit im Rahmen des Projektes „Power für die Provinz“ wurde eine umfangreiche Broschüre erarbeitet. Erfolgreich wurden die Sendungen im Offenen Kanal in Kassel fortgesetzt.

Die Ausstellung zum 40-jährigen Jubiläum „Medienpädagogik - Medienerziehung – Medienkompetenz“ wurde unter dem Titel „Mind-Meets-Media“ vom 14. – 28.03.1996 in der Hessischen Landesvertretung in Bonn gezeigt.

Bei Hessentag in Gelnhausen wurde erstmals ein Online-Cafe eingerichtet. Die Geschäftsführung des Fernsehworkshops Entwicklungspolitik, bei der der Landesfilmdienst Hessen e.V. die Konferenz der Landesfilmdienste vertritt, wurde übernommen. Die Bundeszentrale für politische Bildung richtete im Verleihbereich erstmals Depots ein.

Die Sanierungsarbeiten am Haus in der Kennedyallee 105a wurden beendet. Die Bildungsarbeit wurde vor allen Dingen durch regionale Angebote verstärkt.

 

 

1997

 

Der Bildungsbeirat beschäftigte sich intensiv in einer Klausurtagung mit dem in der Pädagogik wieder neu entdeckten Begriff „Medienkompetenz“. Insgesamt wurden 1997 145 Bildungsveranstaltungen mit über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Im Mittelpunkt standen ein Computerprojekt mit dem Landkreis Offenbach sowie die Visionale in Frankfurt. In der Bildungsarbeit entwickelten sich zunehmend neue Schwerpunkte mit Multimedia, Internet und Computer. Das Projekt „Kindermailbox Wiesbaden“ wurde wissenschaftlich begleitet.

Das seit zwei Jahren entwickelte Projekt BOT „Broadcast Online TV“, das zusammen mit der Telekom entwickelt wurde, konnte nicht mehr weiter betrieben werden, weil durch die Innovation im Bereich Internet das Interesse an einer Zusatzdatenübertragung bei Fernsehprogrammen nicht mehr vorhanden ist.

Die Filmotheken beteiligten sich an insgesamt 14 regionalen Messen und Ausstellungen. Im Filmbereich nimmt das Interesse an dem Spielfilmen immer mehr ab.

Die begonnenen Gespräche in Marburg und Alsfeld über mögliche Kooperationen mit den dortigen Bildstellen wurden beendet. Der Filmverleih stagniert, weil vor allen Dingen große Filmgeber ihre Filme direkt an die Staatliche Landesbildstelle geben, die wiederum in der Lage ist, diese Filme ohne Kostenbeteiligung des Auftraggebers auszuleihen. Diese Wettbewerbsverzerrung wird zu einem zunehmenden Problem.

Die Bauaufsichtsbehörde Frankfurt verlangt eine Nutzungsänderung für die Kennedyallee 105a, weil das Gebäude seinerzeit als Wohngebäude angemietet wurde.

Für den Nachwuchsförderpreis Film und Multimedia wurde gemeinsam mit dem Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz und der Fachhochschule Medien und Design in Mainz ein Förderpreis in Höhe von 5.000,-- DM ausgelobt.

Das Konzept für ein Medienkompetenzzentrum Hessen wurde erarbeitet und mit der Staatskanzlei diskutiert. In einem Gespräch mit dem Kulturausschuss des Landkreistages konnten die veränderten Aufgaben des Landesfilmdienstes präsentiert werden.

Bei der Mitgliederversammlung referiert Staatssekretär Klaus-Peter Schmidt-Deguelle, Hessische Staatskanzlei, zum Thema „Medienpolitik in Hessen – von der Standortdiskussion zu Multimedia“.

 

 

1998

 

Im Rahmen einer Klausurtagung des Vorstandes zusammen mit den Bildungsreferentinnen und Bildungsreferenten wurden Perspektiven für das Profil des Instituts entwickelt. 140 Bildungsveranstaltungen mit über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten durchgeführt werden.

Das Projekt „Medienpädagogischer Atlas“ wurde fertiggestellt. Im pädagogischen Bereich verstärken sich die Bemühungen möglichst Projekte einzuwerben, um damit Eigenmittel für die pädagogische Arbeit erhalten zu können.

Das von uns übernommene Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung über den Medieneinsatz befindet sich im Endstadium und wird als Buch herausgebracht. Nach der Novellierung des Jugendbildungsförderungsgesetzes übernimmt der Landesfilmdienst im ersten Jahr die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft der ergänzenden Träger.

Mit dem Bildungswerk für Offene Kanäle wurden vier Bildungsveranstaltungen sowie ein Kongress zum Thema „Medienkompetenz und Offene Kanäle“ durchgeführt.

Im Medienverleih wurde das Angebot der längerfristigen Verleihdauer erfolgreich weitergeführt. Im Medienverleih dürfen die Filme der Bundesanstalt für Arbeit nicht mehr an den schulischen Bereich verliehen werden.

Für die Kennedyallee 105a wurde ein Bauantrag mit dem Ziel der Nutzungsänderung von Wohnhaus auf Bürogebäude eingereicht.

Beim Hessentag in Erbach wurde ein Medienworkshop für Medien zur Agenda 21 im Multimediabereich zusammen mit dem Umweltministerium durchgeführt. Mit Filmveranstaltungen beteiligte sich der Landesfilmdienst erstmals an der Europawoche. Der Internetauftritt im Jugendserver wurde fertiggestellt.

 

 

1999

 

Die Bildungsarbeit konzentrierte sich, gemeinsam mit Kooperationspartnern, auf Multimedia, Computer, Internet.

Die Projektförderung Medienpädagogik des Hessischen Sozialministeriums, die noch in einer Größenordnung von 450.000,-- DM jährlich bewilligt wurde und die Grundstock der medienpädagogischen Arbeit darstellte wird zum letzten Mal ausgezahlt.

Zwei Bildungsreferenten kündigten darauf hin ihre Arbeitsverhältnisse zum Ende des Jahres. Im Verwaltungsbereich wurde die Stelle des Verwaltungsmitarbeiters nicht mehr neu besetzt. Die Buchhaltung wird extern erledigt.

Im Laufe des Jahres wurden noch weitere medienpädagogische Projekte betreut. Unter anderem das Projekt „Jugendserver Thüringen“. Der medienpädagogische Atlas wurde in einer multimedialen Fassung als CD-ROM herausgebracht. Das Projekt „Medieneinsatz“ mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde im Laufe des Jahres beendet. Verstärkt wurde die Zusammenarbeit im Rahmen der Partizipationsprojekte mit der Stadt Frankfurt. Begleitet wurden das Projekt „Kindernetz in Maintal“ und das Modellprojekt „Mailbox Wiesbaden“.

Nach wie vor werden gezielte Eigenveranstaltungen durchgeführt, so u.a. bei 141 Seniorenfilmveranstaltungen mit über 4000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Im Verleihbereich werden die Verträge der großen Filmgeber zunehmend limitiert. Erstmals wurde die medienpädagogische Arbeit durch eine namhafte Spende der Firma Motorola unterstützt.

Der Verleihzuwachs resultiert aus der gestiegenen Anzahl der Dauerausleihen in dezentralen Mediendepots. Das aktuelle Verleihangebot umfasst 4.111 Titel mit 11.964 Videokassetten und 6.547 16mm-Filmen.

Auf dem Hessentag wurde wieder das Medienpolitische Forum, dieses Mal zur neuen hessischen Medienpolitik veranstaltet, dass live im Offenen Kanal Kassel gesendet wurde.

Die Postkartenserie „Sichtweisen“ ist nach wie vor überaus begehrt.

Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung kündigte den Verleih ihrer Medien in unserem Verleihportfolio. Damit endete eine über 30-Jährige gemeinsame Arbeit in der politischen Bildung.

Die Mitgliederversammlung beschäftigte sich mit den medienpädagogischen Konsequenzen des 10. Jugendberichtes und des Enqueteberichtes des Deutschen Bundestags zum Thema: „Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft“.

 

 

2000

 

Die Auswirkungen der Streichung der Landeszuwendung Projektförderung werden zunehmend deutlich. Zur Abwicklung des Projektes wurde noch eine Landeszuwendung in Höhe DM 75.000,-- bewilligt. Der dritte Bildungsreferent verließ den Landesfilmdienst zum 30.06.2000.

Der Landesfilmdienst verfügt nun noch über zwei nach dem Jugendbildungsförderungsgesetz finanzierte Bildungsreferenten.

Aufgrund der Personallage konnten nur noch 77 Bildungsveranstaltungen mit 1358 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt werden. Zwei weitere Projekte wurden auf den Weg gebracht, nämlich ein Jugendmedienkompetenzprojekt und ein Projekt „Medienakademie für den außerschulischen Bereich“. Mit der Hessischen Frühförderung wurde eine Kooperation begonnen und eine erste Fortbildung durchgeführt. Verstärkt wurden auch die Elternarbeit und Elternbildungsveranstaltungen in Kindertagesstätten.

Im Verleihbereich stellte der Bundesverband der beruflichen Unfallgenossenschaften die Eigenproduktion ein. Zukünftig werden Medien auf Video und CD-ROM nicht mehr verliehen, sondern direkt an Interessenten abgegeben.

Bei einer zentralen Tagung im Deutschen Bundestag in Berlin wurde die zukünftige Arbeit der Landesfilmdienste im Kontext der Arbeit der Landesbildstellen und des Deutschen Filmzentrums dargestellt.

Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde die Kennedyallee 105a mit neuen Fenstern ausgestattet. Die Angebote beim Hessentag wurden zurückgefahren, neben dem medienpolitischen Forum wurde eine neue Reihe Mediengespräche auf dem Hessentag angeboten. Bei der Anhörung im Hessischen Landtag zum 4. Rundfunkänderungsstaatsvertrag wurde eine Stellungnahme zum erzieherischen Jugendschutz abgegeben.

In der Mitgliederversammlung wurde das Thema „Politischer Rechtsradikalismus und die Medien“ behandelt.

 

 

2001

 

Bei der Konferenz der Landesfilmdienste ergaben sich erfreuliche Mehreinnahmen. In der Bildungsarbeit werden verstärkt Projekte mit Mitgliedsorganisationen und anderen Institutionen geplant, die von diesen finanziert werden.

An Stelle eines Veranstaltungsprogramms wurde erstmals das Angebot „Medienkompetenz 2001“ aufgelegt. Darin werden inhaltliche medienpädagogische Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen angeboten, die bei entsprechender finanzieller Zusage und Beteiligung gebucht werden können. Damit soll der Versuch unternommen werden, die medienpädagogische Bildung weiterhin hessenweit breit gefächert anbieten zu können.

Bei der Umsetzung gibt es Probleme, weil viele, vor allen Dingen Mitgliedsorganisationen, bisher die Veranstaltungen kostenfrei haben konnten. Mit dem Stadtschulamt in Frankfurt wurden Gespräche aufgenommen, mit dem Ziel bei einer Neuorganisation die Aufgaben der Stadtbildstelle zu übernehmen.

Der Konflikt mit dem Stadtbauamt Frankfurt hält an. Moniert wird, dass in unserem eigenen Haus Büroräume eingerichtet sind, obwohl die Nutzung lediglich für Wohnraum vorgesehen ist. Wir berufen uns auf unsere seit Jahrzehnten anhaltende Nutzung, die bislang nicht zu Beanstandungen führte.

Beim Hessentag fand ein viel beachtetes Gewinnspiel mit Fragen zur Medien- und Bildsprache statt.

 

 

2002

 

In der Bildungsarbeit wurde eine Maßnahme zusammen mit der Stadt Frankfurt im Rahmen des europäischen Freiwilligendienstes betreut. Abgeschlossen wurde das Projekt „Frühförderung in Hessen“ mit der Erstellung eines Imagefilmes für die Aktivitäten und Angebote der Frühförderung in Hessen. Das Thema Medien und Gewalt stand im Mittelpunkt der pädagogischen Angebote. Von der Landesanstalt für privaten Rundfunk wurde eine Bausteinkonzeption für die Medienpädagogik im Kindergarten vertraglich übernommen. Fortbildungstagungen für Erzieherinnen wurden zusammen mit dem diakonischen Werk Frankfurt, der katholischen Frankfurter Sozialschule, der evangelischen Fachschule für Sozialarbeit, Frankfurt und der Kindertagesstättenberatung der Stadt Frankfurt durchgeführt.

Im Regionalprojekt Reinheim wurde als Modell „JOB-Media“ umgesetzt. In diesem Projekt werden Filme von Jugendlichen über unterschiedliche Berufe produziert.

Die Konferenz der Landesfilmdienste konnte das begonnene Projekt „Streaming-Media“ vorläufig abschließen. Es besteht nun die Möglichkeit über die Telekom Streaming-Media anzubieten. Damit wurden die Weichen gestellt für die Veränderung des Medienverleihs und damit auch auf den Download von Filmen.

Die Baugenehmigung der Stadt Frankfurt für die 1998 beantragte Nutzungsänderung wurde erteilt. Das medienpolitische Forum „PISA – Medien und Bildung“ beim Hessentag in Idstein fand besondere Aufmerksamkeit.

Der Hessische Rundfunk berichtete über das medienpädagogische Gespräch zum Thema „Die Familie im Wandel der Medienwelt“.

Neu aufgelegt wurde der Bildungskatalog „Medienkompetenz 03/04“. Bei zwei Landtagsanhörungen zum Thema „Medien und Gewalt“ bzw. „Jugendschutz und Medienpädagogik“ referierte der Landesfilmdienst im Hessischen Landtag.

In den Filmotheken Kassel, Fulda und Marburg zeichnen sich Veränderungen ab, weil teilweise die bestehenden Mietverträge gekündigt wurden.

Die Mitgliederversammlung fand beim Offenen Kanal in Offenbach statt.

 

 

2003

 

Der Medienverleih befindet sich in der Phase einer tiefgreifenden Veränderung. Das bisherige Angebot der aufsuchenden Filmarbeit reduziert sich mehr und mehr. Grund dafür ist nachlassendes Interesse und sind auch die Folgen des Personalabbaus in den Filmotheken.

Erfreulich ist, dass die Medienpädagogik erstmals den Auftrag der Landesanstalt für den Privaten Rundfunk und Neue Medien in Kassel erhält, ein medienpädagogisches Bausteinkonzept in der vorschulischen Bildung durchzuführen. Damit ist es möglich Einnahmen für die Bildungsarbeit zu erwerben.

In der Medienpädagogik bekommt der präventive Jugendmedienschutz ein stärkeres Gewicht.

Die erfolgreiche Postkartenserie „Sichtweisen“ wurde um sechs Motive erweitert. Im Offenen Kanal Offenbach wurden weitere Sendungen aufgenommen.

Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich auf 11 verringert, ausgelöst durch die Einstellung der finanziellen Förderung durch das Land Hessen.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurde der Internetauftritt modernisiert. Wie auch in den Vorjahren beteiligte sich das Institut am Hessentag in Bad Arolsen mit dem bewährten Programm. Die Bauarbeiten in der Frankfurter Zentrale, bedingt durch die Nutzungsänderung in der Kennedyallee 105a wurden endgültig abgeschlossen durch den Einbau einer Notbeleuchtung und eines Feueralarmsystems.

 

 

2004

 

Durch die Kündigung eines der größten Auftraggeber, der Bundesagentur für Arbeit, ergibt sich bei allen Landesfilmdiensten ein jährlicher Einnahmeausfall von rund 22 %.

Eine konsequente Umgestaltung des Medienverleihs, etwa in den Bereich Beratung und aktive Medienarbeit wird angestrebt.

Die Filmotheken Kassel und Fulda werden geschlossen. Die Räume in Kassel mussten einem Neubau des Landratsamtes weichen und neuer Büroraum als Ersatz vom Landkreis nicht zur Verfügung gestellt wurde.

Die Bildungsabteilung konnte drei Projekte der LPR Hessen akquirieren und durchführen. das Projekt „Kinder und Medien“ in zwölf südhessischen Kindertagesstätten, das hessenweite Projekt „Medienpädagogik für benachteiligte Jugendliche“ und das Projekt „Radioarbeit“ in Marburger Grundschulen und Kinderhorten. Damit konnte die Einnahmesituation der Medienpädagogik stabilisiert und erheblich verbessert werden.

Bei der Jubiläumsfeier 50 Jahre Landesfilmdienst Baden-Württemberg hielt Detlef Ruffert den Festvortrag. Beim Landeskindergottesdiensttreffen der evangelischen Kirche wurde das Hauptreferat von uns mit dem Thema „Meine Medien machen Mut“ übernommen.

Herausragendes Ereignis war die 50-Jahrfeier mit einem Empfang während des Hessentages in Heppenheim. Prof. Wolfgang Thaenert von der Landesanstalt für den privaten Rundfunk führte in einem Grußwort aus: „Wir brauchen den Landesfilmdienst und seine Fähigkeiten auch künftig, denn Medienkompetenz ist und bleibt eine Schlüsselqualifikation im Informationszeitalter“.

Claudia Mikat von der FSF, der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen, referierte in der Jahreshauptversammlung über Aufgaben und Arbeitsweise der Selbstkontrolleinrichtung.

 

 

2005

 

Das Jahr wird als eines der gravierenden organisatorischen Veränderungen in die Geschichte des Landesfilmdienstes eingehen.

Bedingt durch die technischen Veränderungen im Medienverleih und den sich ebenfalls ändernden Medieneinsatz in der gesamten Pädagogik wurde der bisherige, dezentral gegliederte Medienverleih umstrukturiert. Aber auch die damit einher gehenden geringer gewordenen Einnahmen aus dem Medienverleih machten aus betriebswirtschaftlichen Gründen diese Umstrukturierung nötig. Ohne eine Neuausrichtung des Medienverleihs hätte der Landesfilmdienst aus finanzieller Sicht keine sichere Zukunft.

Aufgrund der veränderten Verleihnachfragen aber auch der finanziellen Problematik ausgelöst durch geringere Einnahmen aus der Verleihkostenerstattung war es nötig, die Filmotheken Kassel, Fulda und Marburg zu schließen und die pädagogische Außenstelle Reinheim ebenfalls aufzulösen. Der dabei notwendige Personalabbau geschah sozialverträglich. Nunmehr sind noch sechs Mitarbeiter beim Landesfilmdienst beschäftigt.

Einhergehend mit diesen Veränderungen setzte sich auch die Kündigung der Mitgliedschaft fort. Wir können nunmehr noch auf 11 Landkreise, 8 kreisfreie bzw. kreisangehörige Städte und 7 gemeinnützige Vereinigungen als unsere Mitglieder zählen.

Drei medienpädagogische Projekte der LPR Hessen sind das Rückgrat der Medienpädagogik und damit der Einrichtung insgesamt. Große Erfolge in pädagogischer Hinsicht gab es für die Projekte „Medienkompetenz für benachteiligte Jugendliche“, „Kinder und Medien“ und „ Radio ist mehr als Musik“.

 

 

2006

 

Die ersten Monate waren geprägt von den organisatorischen Veränderungen, insbesondere der Eingliederung der vielfältigen Verleihmaterialien in das Archiv der Frankfurter Filmothek, von der aus nun zentral der Medienverleih für ganz Hessen gestaltet wird.

Dabei wurde das Konzept der Dauerausleihen konsequent weiter verfolgt. Dadurch konnten die Verleihergebnisse auf dem Stand des Vorjahres gehalten werden. Bei der Anzahl der Vorführungen gab es eine leichte Steigerung. Wir betreuen 135 feste Kunden (Dauerentleiher) und 122 Mediendepots.

Im Laufe des Jahres haben wir uns entschlossen, unsere Darstellung im Internet professionell zu verändern. Die Homepage des Instituts wird intensiv überarbeitet und modernisiert. Vorab wurde bereits im Laufe des Jahres der Newsletter neu konzipiert und den Mitgliedern sowie weiteren Interessenten zur Verfügung gestellt.

Die medienpädagogische Arbeit hat an Intensität zugenommen. Es wurde ein weiteres Projekt „Kinder und Medien“ in zwölf Kindertagesstätten durchgeführt sowie ein Radioprojekt in acht ausgewählten Grundschulen

Im Jahr 2006 wurde vom Hessischen Landtag das Jugendbildungsförderungsgesetz novelliert mit der Möglichkeit, dass nunmehr neue „Sonstige Träger“ der Jugendbildung (zu denen wir gehören) anerkannt werden können. Leider hat die gesetzliche Veränderung nicht berücksichtigt, dass bei einer höheren Zahl von Anerkennungen automatisch auch weitere finanzielle Mittel benötigt werden. Als Geschäftsstelle der „Sonstigen Träger“ haben wir bei der Anhörung zur Novellierung, dem Sozialministerium direkt sowie gegenüber der Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses im Hessischen Landtag auf diese Problematik hingewiesen.

Das Bildungsangebot wurde im Medienbildungskatalog „Medienkompetenz 07/08“ vorgestellt und mit einer Auflagenhöhe von 6.000 Exemplaren verteilt.

Die Mitgliederversammlung beschäftigte sich mit dem Thema „Medien machen Kinder sozial, kreativ und interaktiv“. Das referierten Detlef Ruffert zum Thema „Wider den Medienpopulismus“, Karsten Krügler zum Thema „Lernort und Fernsehen“ und Pit Schulz zum Thema „Kompetenzfeld Internet und Computer“.

Die Bildungsarbeit beschäftigte sich mit den neuen Entwicklungen in der Medienarbeit, wie z. B. den LAN-Partys Jugendlicher.

 

 

2007

 

Im Jahr 2007 wurde für den Medienverleih ein besonderes Ereignis im Rahmen der Arbeit der Landesfilmdienste realisiert. Es konnte erstmals ein gemeinsamer Katalog aller Landesfilmdienste auf DVD angeboten werden. Dieser, auch über das Netz erhältliche Gesamtkatalog, ist eine hervorragende Grundlage, um den richtigen Film und das richtige Medium für das richtige Thema zu finden.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Landesfilmdiensten wurde darüber hinaus vor allen aktiviert durch eine gemeinsame Vorstandssitzung mit dem Landesfilmdienst Thüringen am 28.03.2007 in der Landesanstalt für den privaten Rundfunk und neue Medien in Kassel-Wilhelmshöhe. In diesem Zusammenhang ist auch auf die wachsende Beliebtheit des neuen Internetauftritts hinzuweisen. Gerade die ständige Aktualisierung der Veranstaltungsangebote sowie die Möglichkeit interessante Referate der Mitarbeiter auszudrucken, vermittelt eine Vielzahl von Informationen über unsere medienpädagogische Arbeit, die damit eine erhebliche Verbreiterung erfährt.

Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung eines Medienblogs, in dem wir ständig Bilder und kurze Texte von aktuellen Veranstaltungen veröffentlichen und in dem wir zur Reaktion auf unsere Arbeit aufrufen.

Der monatliche Newsletter bringt aktuelle Informationen über die medienpädagogischen Aktivitäten und kündigt vor allen Dingen auch die neuen Filme im Medienverleih an.

Im April des vergangenen Jahres besuchte die Medienkommission des SPD-Landesverbandes Hessen den Landesfilmdienst. Die Mitglieder der Medienkommission waren sich einig darüber, dass unsere Einrichtung als unabhängiges Institut erhalten und unterstützt werden sollte.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit konnte wieder der Hessentag, der 2007 in Butzbach stattfand, mit einem Stand beschickt werden. Besonders angenommen wurde das Mitmach-Quiz zum Thema „Film- und Bildsprache“.

Bei dem medienpädagogischen Forum mit dem aktuellen Thema „Killerspiele als pädagogische Herausforderung“ war sich die Politikerrunde einig, dass die gesetzlichen Verbote in Bezug auf Gewalt in Computerspielen ausreichen. Besonders erfreulich war, dass wir drei Projekte „Kinder und Medien“, „Du bist Radio“ und „Radio ist mehr“ mit finanzieller Unterstützung der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien fortsetzen konnten. Besonders das gemeinsame Projekt mit HIT RADIO FFH und der LPR in Kassel, schafft es, das Bewusstsein für medienpädagogische Aktivitäten in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

Verstärkt hat sich die Arbeit in der Medienpädagogik auf den Gedanken des Jugendmedienschutzes.

Finanziell hat sich der Landesfilmdienst Hessen e.V. weiter stabilisiert. Erfreulicherweise konnte die Rücklage zum Ende des Jahres aufgestockt werden.

Veränderungen gab es in der Kennedyallee, weil unser langjähriger Untermieter, der Bundesverband Jugend und Film, den Mietvertrag zum Ende des Jahres gekündigt hat.

In unserer Immobilie selbst wurden einige notwendigen Renovierungsarbeiten vorgenommen.

Das nunmehr wieder umfangreichere Platzangebot haben wir zum Anlass genommen unser Haus verstärkt für die Bildungsarbeit zu öffnen. Durch die Einrichtung eines mit Laptops ausgestatteten Raumes und die Aktivierung des Kellerkinos sowie die technische Neuausstattung im Sitzungszimmer bieten wir hervorragende Voraussetzungen für Aus- und Fortbildung in der Medienpädagogik.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist die medienpädagogische Elternbildung, gerade angesichts der Bedeutung der Medien in familialen Alltag.

 

 

2008

 

Die medienpädagogischen Aufgaben rücken immer stärker in den Vordergrund. Als Beispiel für ein neues Projekt, das auf eine medienpädagogische Herausforderung aktuell reagiert,  kann „Clip your Life“ genannt werden. Das Pilotprojekt verfolgte das Ziel, den Schülerinnen und Schülern Kompetenzen zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, ihren Umgang mit dem Handy kritisch zu reflektieren.

Zusammen mit den so genannten „Sonstigen Trägern“ in der außerschulischen Bildung wird gefordert, die finanzielle Deckelung aufzuheben.

Durch die Verbesserung der finanziellen Lage war es möglich, eine dritte hauptamtliche medienpädagogische Stelle für den Bereich der vorschulische Medienbildung und –erziehung sowie der medienpädagogischen Elternbildung  einzurichten.

Fünf medienpädagogische Projekte mit finanzieller Unterstützung der LPR Hessen wurden durchgeführt werden, darunter auch wieder das überaus erfolgreiche Projekt „Du bist Radio“, das Kooperationsprojekt mit  dem privaten Radiosender HIT RADIO FFH.

Die familiären Medienerziehungskompetenz stellt ein neues uns aktuelles Thema dar. Bei einer Fachtagung des Medienkompetenz-Netzwerkes NRW, die sich mit der Frage beschäftigte: “Gerät die familiäre Medienerziehung an ihre Grenzen?” konnten wir in einem Fachvortrag wichtige Impulse beitragen. Unter dem Thema „Offline-Kids? Medienkinder und Erziehung“ haben wir aufgrund der Überlegung, dass institutionalisierte familiale Elternbildung dringend notwendig ist, eine neue Konzeption entwickelt, die sich mit pädagogischen Angeboten in Form einer „Geh-Struktur“ gezielt an Eltern wendet.

Die sich im Verleiharchiv befindenden 16mm-Filme werden praktisch nicht mehr ausgeliehen, weil die Vorführtechnik dafür kaum noch vorhanden ist. Zurzeit sind wir in Verhandlungen, u.a. mit dem Deutschen Filminstitut in Wiesbaden, die das Ziel haben, die 16mm-Filme zu sichern und so zu archivieren, dass dieses Kulturgut erhalten bleibt.

Ein wichtiges Filmprojekt konnten wir auf den Weg bringen. Mit finanzieller Förderung des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen wird es möglich, die historisch wertvollen Filme aus den 60iger und 70iger Jahren über Hessen und von hessischen Ereignissen auf DVD zu kopieren und damit für die Bildungsarbeit zugänglich zu machen.

Die Überlegungen bezüglich unserer Immobilie in Frankfurt wurden vom Vorstand intensiv geführt. Die viel zu große Immobilie erfordert erhebliche Unterhaltungskosten, außerdem stehen eine umfassende, auch energetische Sanierung an und eine Modernisierung, für die erhebliche Summen aufzubringen sind.

 

 

2009

 

Abschied aus der Kennedyallee 105a in Frankfurt: Anfang des Jahres nahm, bedingt durch die klare Entscheidung des Vorstandes, das Vorhaben - Verkauf des Hauses in der Kennedyallee - Fahrt auf. Die Gespräche und Verhandlungen mit Maklern ergaben, dass es ein Interesse an dem Haus gab, so dass aus mehreren Angeboten das Günstigste heraussucht werden konnte. Geeignete und weniger geeignete Objekte in Frankfurt wurden besucht und getestet, doch das erste Angebot in Dreieich, nämlich die Räume im Haus des Lebenslangen Lernens, des Bildungscampus, stellten sich als attraktiv heraus.

Zum 15.05.2009 zogen wir die neuen Räume in Dreieich einzogen. Das bedeutete für unsere Einrichtung eine neue Herausforderung. Der seit Jahren konsequent beschrittene Weg hin zur Medienpädagogik also zur Medienkompetenzförderung, wurde damit verstärkt.

Die erfreuliche und kontinuierliche Bewilligung von Medienprojekten durch die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien in Kassel führte außerdem dazu, dass eine weitere hauptamtliche Medienpädagogikstelle zur Mitte des Jahres eingerichtet werden konnte.

Auch für den Medienverleih stellten die neuen Räume neue Herausforderungen dar. Zunächst einmal haben wir uns von den 16-mm-Filmen getrennt, wir haben sie in Frankfurt eingelagert, immer in der Hoffnung, dass die 16-mm-Filme als Kulturgüter erhalten werden können. Außerdem haben wir für den Medienverleih das Konzept der sogenannten aufsuchenden Medienverleiharbeit entwickelt, das davon ausgeht, dass nur im direkten Kontakt mit  Bildungseinrichtungen die Distribution der Filme und Medien von Erfolg gekrönt sein kann. 

Wichtig war nun für uns, auch im Wege einer Selbstvergewisserung unser Profil als Einrichtung, die vom Medienverleih kommt, im Schwerpunkt Medienpädagogik weiter zu entwickeln und dies zu beschreiben.

Veröffentlicht wurde im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit das medienpädagogische Angebot 2009/2010. Aus Anlass unserer neuen Verortung haben wir in einem wahren Kraftakt 10.000 Exemplare hessenweit an Bildungseinrichtungen versandt und damit den neuen Ort und die Funktion unserer Einrichtung bekannt gemacht.

Ein weiterer Baustein im Rahmen der neuen Ideen war außerdem die Neugestaltung der Homepage. Wir verfügen nun über eine Homepage, die absolut aktuell ist, immer wieder die neuen Termine der Mitarbeiter vor Ort präsentiert und sogar eine Möglichkeit enthält, Seminare, Tagungen, Veranstaltungen direkt über das Netz zu buchen.

Auch in der personellen Weiterentwicklung wurden die Weichen gestellt. Bildungsreferent Pit Schulz wurde vom Vorstand als weiterer Geschäftsführer bestimmt. Er wird sich verstärkt um den Bereich der Medienpädagogik und Medienkompetenzvermittlung kümmern.

 

 

2010

 

In der außerschulischen Jugendbildung, aber nicht nur dort, wird die Medienkompetenzvermittlung zu einem immer eigenständigeren Arbeitsbereich. Aufgrund einer sich immer stärker vernetzenden und konvergierenden Medienlandschaft rückt der Gedanken des „Sicheren Umgangs mit Medien“, insbesondere von Internet und Web 2.0, als wichtiges Ziel von medienkompetentem Handeln deutlicher in den Vordergrund.

Ein weiteres zu verstärkendes Aufgabenfeld ist der Bereich der vorschulischen Bildung und Erziehung. Weil bereits jüngere Kinder sich als Mediennutzerinnen und Mediennutzer darstellen ist es notwendig, ihnen und ihren Eltern und ihren Betreuerinnen und Betreuern eine mediale und pädagogische Hilfestellung zu geben.

Auch die Gestaltung des demografischen Wandels fordert die Medienpädagogik heraus. Intergenerative medienpädagogische Lehr-, Lern- und Erfahrungsangebote werden in den nächsten Jahren ein Bestandteil von Medienkompetenzvermittlung sein müssen.

Erfreulich war, dass wir im vergangenen Jahr wiederum unser pädagogisches Personal ausweiten konnten durch eine halbe pädagogische Stelle. Wir haben uns inzwischen verstärkt in einigen Erwachsenenbildungseinrichtungen etablieren können, mit dem Thema der Medienkompetenzvermittlung, aber auch z.B. bei der Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich des Freiwilligen sozialen Jahres oder aber auch des Zivildienstes.

Unsere Internetseite besticht durch Aktualität, durch fast täglich auf der ersten Seite dargestellte Bilder von pädagogischen Veranstaltungen und durch immer aktuelle Hinweise auf die Bildungsveranstaltungen und sonstigen Termine.

Im Rahmen der Tätigkeit bei der Konferenz der Landesfilmdienste wurde das Projekt „Filmpädagogik“ als zusätzliches Geschäftsmodell der Landesfilmdienste eingebracht, ohne Erfolg.

Unsere Zusammenarbeit mit den Sonstigen Trägern der außerschulischen Jugendbildung in Hessen verstärkte sich im vergangenen Jahr in erfreulicher Weise. Erstmals wurde ein gemeinsames Seminar im Haus am Maiberg durchgeführt zur Entwicklung der außerschulischen politischen Jugendbildung in Hessen. Gemeinsam wurde von den Sonstigen Trägern eine selbstdarstellende Broschüre herausgebracht mit dem Titel „8 x Außerschulische Jugendbildung in Hessen“.

Gespräche mit dem Hessischen Landkreistag wurden aufgenommen, um einmal grundsätzlich die Frage der Mitgliedschaften der Landkreise zu klären.

Die Mitgliederversammlung beschäftigte sich mit Fragen des präventiven Jugendmedienschutzes. Birgit Goelnich, hauptamtliche Prüferin bei der FSK und Stefan Linz, Sprecher der Film- und Videowirtschaft bei der FSK informierten und diskutierten.

 

 

2011

 

Das Jahr begann .mit einem parlamentarischen Abend im Hessischen Landtag zum Thema „Außerschulische politische Jugendbildung“, veranstaltet von der Gruppe der „Sonstigen Träger“ nach dem Hess. Ausführungsgesetz zum Jugendhilfegesetz.

Das zentrale Thema war der Medienverleih. Festgestellt wurde, dass die Tage des traditionellen Medienverleihs, also der Ausleihe von Kassetten oder DVDs, gezählt sind. Die digitale Technik hat die bisherigen Vertriebswege auf den Kopf gestellt, sei es der Einzelverleih oder auch die Mediendepots und Dauerausleihen in pädagogischen Einrichtungen. Natürlich werden wir weiter Medien zur Verfügung stellen, aber das geschieht nicht mehr durch ein Trägermedium, das ausgeliehen werden kann, sondern ganz einfach über das Internet, über Streaming und Download. .

Deshalb kam es zu heftigen Einschnitten im Medienverleih. Der größte Filmgeber mit den interessantesten Filmen, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, kündigte den gesamten Medienverleih. Hinzukam, dass die Filme und Medien des Bundespresseamtes ebenfalls zum Ende des Jahres gekündigt wurden und auch die Filme von Greenpeace.

Aktuell stehen noch 354 Filmtitel zur Verfügung, die wir nach wie vor ausleihen, die aber auch unter einer allgemeinen Überalterung leiden.

In der Bildungsarbeit entwickelte sich im Laufe des Jahres ein deutlicher werdender Bedarf an der positiven Auseinandersetzung mit der digitalen Alltagswelt. Von Cyber-Mobbing bis zu neuen Überlegungen die Inhalte, Informationen und Themen digital neu zu entdecken, reichten die Anfragen.

In der Bildungsarbeit zeigt sich zunehmend die Problematik, dass beim Einwerben von Projekten  unsere Einrichtung nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell als kompetent angesehen wird und wir mit Unverständnis konfrontiert werden, wenn wir Honorarforderungen stellen.

Von dem Projekt über die Frage der Medienkompetenz in Familien (über die es inzwischen ein Buch gibt, das von Peter Holnick vorgestellt und den Mitgliedern überreicht wurde) bis zu dem Film der Frauenfußballweltmeisterschaft spannte sich der Bogen zusätzlicher unterschiedlicher Projekte in der außerschulischen Pädagogik.

Der präventive Kinder- und Jugendmedienschutz soll stärker in der Arbeit verankert werden.

 

 

2012

 

„Digitalisierung – Vernetzung – Konvergenz“ - Aktuelle Herausforderungen für die außerschulische Jugendarbeit und Jugendbildung“ lautete der Titel des Referates von Markus Weber, dem Beisitzer im Vorstand bei der Jahreshauptversammlung mit dem er einen Einblick in die Vielfalt der heutigen Medienwelten eröffnete.

Verteilt wurde das Bildungsangebot 2012 mit einer Aktualisierung der medienpädagogischen Schwerpunkte, insbesondere auf den Bereich der digitalen Bildung. Deshalb wurde auch als Titel bewusst „Digitale Bildung 2012“ gewählt.

Unsere medienpädagogische Arbeit konzentriert sich auf unterschiedlichste Veranstaltungstypen, seien es Projekte, Einzelveranstaltungen, Elternabende, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, Vorträge usw. Im Jahr 2012 haben wir insgesamt 255 Veranstaltungen durchgeführt, mit denen wir 5.415 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Teilnehmer erreicht haben.

Bezüglich des jährlich neu vorgelegten Bildungsangebotes wurde angekündigt, dass dieses zukünftig abgelöst werden soll von einer Beschreibung des pädagogischen Profils. Eine Arbeitsgruppe Profil des Vorstandes erarbeitete mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Grundlage für die zukünftige Ausrichtung der medienpädagogischen Arbeit und der außerschulischen Bildung unserer Einrichtung. 

Es zeigt sich, dass die Zusammenarbeit mit der außerschulischen Jugendbildung und Jugendarbeit unserer Mitglieder immer schwieriger wird. Stärkere Nachfrage nach medienpädagogischen Veranstaltungen kommt aus dem schulischen Bereich.

Neue Projekte wurden begonnen mit dem Landessportbund Hessen und das wichtige Prospekt über die Familienpädagogik mit dem Bonifatiushaus in Fulda wird weiter geführt. Intensiviert wurden die Kontakte zur Volkshochschule und zur außerschulischen Erwachsenenbildung.

Vermehrte Anstrengungen wurden im vergangenen Jahr unternommen worden, um den präventiven Jugendmedienschutz als zentral wichtige Aufgabe der außerschulische Jugendbildung stärker zu etablieren.

 

 

2013

 

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung kam es mehr oder weniger zu einer Renaissance des Jugendmedienschutzes. Ausgelöst durch populistische Presseartikel über Gefährdungen und Mediensüchte und die der Neurowissenschaft zugeneigten Theoretiker und Pädagogen, die wieder mit erhobenem Zeigefinger Verbote und generelle Einschränkungen der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen forderten entstand eine große Nachfrage nach einem Kinder- und Jugendmedienschutz als präventivem medialen Angebot.

Damit die Mitgliedschaft in unserer Einrichtung gestärkt wird, beschloss die Mitgliederversammlung ab dem Jahr 2013 auf Mitgliedsbeiträge zu verzichten, in der Hoffnung, dass darüber hinaus auch ehemalige Mitglieder wieder zu uns zurück finden.

Besonders erfreulich sind außerdem zwei weitere Entwicklungen:

Mit der Landesanstalt für den Privaten Rundfunk und Neue Medien wurde eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, mit dem eine engere, vertrauensvolle, gemeinsame medienpädagogische Arbeit gefestigt werden soll. Die Kooperationsvereinbarung wurde während des Hessentages vom Direktor der LPR Hessen und unserem Vorsitzenden unterzeichnet.

Der Hessische Landkreistag hat in dem zur neuen Legislaturperiode des Hessischen Landtags vorgelegten Positionspapier „Bildung“ unserer Einrichtung eine wichtige, zentrale Rolle in der Medienpädagogik in Hessen zugeschrieben.

Die Geschäftsführer hatten die Möglichkeit beim Schulausschuss des Landkreistages unsere Einrichtung vorzustellen und auf die Notwendigkeit der medienpädagogischen Arbeit in den Landkreisen hinzuweisen.

Erstmals wurde, nach der Anerkennung als Einrichtung, in der das Freiwillige Soziale Jahr abgeleistet werden kann, eine entsprechende Stelle eingerichtet.

Personell wurde eine Stelle im Medienverleih und in der Medienpädagogik nach Ausscheiden der Mitarbeiter nicht mehr neu besetzt.  

Neue Veranstaltungsformate in der Medienpädagogik, wie das „Sport-Medien-Camp“ in Zusammenarbeit mit dem Landesportbund Hessen wurden entwickelt oder "Kita Medial", ein Angebot für Kindertagesstätten. Verstärkt wurde das Thema Medienpädagogik als Teil der Jugendhilfeaufgaben angefordert. Formate wie „Cybermobbing – Jetzt wissen es alle“ sind inzwischen in der hessischen Bildungsarbeit fest etabliert.

Eine Zusammenarbeit ergab sich in den „Runden Tische Prävention“ vor Ort. Wir bemühen uns dabei, den bewahrpädagogisch motivierten Jugendmedienschutz, der oftmals mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit hat als eine Kompetenz vermittelnde Medienbildung entsprechend einzuordnen.

In der Mitgliederversammlung referierte die Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden bei der USK, Lydia Grashoff, über die Arbeitsweise der USK und die Einstufung der Altersklassifizierungen.

 

 

2014

 

Bei der Jahreshauptversammlung referierte Prof. Dr. Murad Erdemir, Stellvertretender Direktor und Justitiar der Hessischen Landesanstalt für den Privaten Rundfunk und Neue Medien (LPR Hessen) zum Thema: „Neugewichtung des Kinder- und Jugendmedienschutzes in Zeiten der Digitalisierung der Gesellschaft“. Er wies darauf hin, dass sich der Kinder- und Jugendmedienschutz der medienpädagogischen und medienethischen Fragestellung widmen müsse angesichts der veränderten medialen Kommunikation in unserer Gesellschaft.

Außerdem wurde die vom Vorstand vorbereitete Satzungsänderung beschlossen. Die wesentlichen Änderungen beziehen sich auf die Wahlzeit des Vorstandes (vier Jahre) und die Abhaltung der Jahreshauptversammlung (2 Jahresrhythmus). Des Weiteren ist vorgesehen, dass auch Einzelpersonen Mitglieder werden können. Weitere Änderungen betreffen das Kuratorium und die Einrichtung von Beiräten.

Auf Grund der Verleihentwicklung beschloss der Vorstand einstimmig zum 30.10., also dem Ablauf des Verleihjahres 2014, den Medienverleih einzustellen. Damit endet die ursprüngliche Aufgabe des Landesfilmdienstes zur medialen Bereitstellung von Bildungs- und Informationsmedien.

Der Wandel in der Aufgabenstellung konzentriert sich nun zentral auf die aktive Medienerziehung und Medienpädagogik mit dem Ziel der Vermittlung von Medienkompetenz.

Um dem gerecht zu werden, wurde die vierte Stelle in der Medienpädagogik mit dem Schwerpunkt der außerschulischen Jugendbildung zur Mitte des Jahres wieder neu besetzt. Der neue Mitarbeiter kümmert sich verstärkt um die medienpolitischen und jugendpolitischen Akzente unserer Angebotsstrukturen.

Im personellen Bereich wurde nach einem erfolgreichen ersten Jahr die Stelle des Freiwilligen Sozialen Jahres weitergeführt.

Für den Hessentag beschloss der Vorstand ein neues Präsentationskonzept. Erstmals wurde gemeinsam mit der LPR Hessen ein Stand in  der zentrale Halle 1 in Bensheim betrieben.

Während des Hessentages fand in einer Jubiläumsveranstaltung das  Jubiläum unter dem Titel „60 Jahre Medienbildung und Medienpädagogik - vom 16mm Film zum I-Pad“ statt. Die festliche Begrüßung übernahm unser Vorsitzender Paul Leo Giani, ein Grußwort hielten Staatssekretär Ingmar Jung, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst und Joachim Becker, Direktor der Hessischen Landesanstalt für Privaten Rundfunk und Neue Medien.

Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung stand der Vortrag des ehemaligen Mitarbeiters Prof. Dr. Franz-Josef Röll zum Thema: „Medienpädagogik im Spannungsfeld gesellschaftlicher Veränderungen“ in dem er die Entwicklung unserer Einrichtung vom Medienverleih bis zur digitalen Bildung Revue passieren ließ und das Darmstädter Kabarett „Kabbaratz“ beschäftigte sich mit „Von Menschen und Medien“, mit medienkritischen und Nachdenkens werten Szenen zur Medienpädagogik.

 

 

2015

 

Mit der Konferenz der Landesfilmdienste wurde abgesprochen, dass die Unterlagen über den Verleih der Medien dem Landesfilmdienst Thüringen übergeben werden, damit der bundesweite Radius der KdL erhalten bleibt. Angesichts der Bitten aus der KdL und den Mitgliedsorganisationen beschloss der Vorstand, die Mitgliedschaft bei der KdL vorerst aufrecht zu erhalten.

Der Vorsitzende nahm die Vorlage über Veränderungen in dem Geschäftsverteilungsplan zum Anlass, den Vorstand darüber zu unterrichten, dass er beabsichtigt, sein Amt in der Jahreshauptversammlung 2016 zu beenden, zusammen mit Geschäftsführer Detlef Ruffert. Das Modell der dualen Geschäftsführung habe das Ziel gehabt, die besten Voraussetzungen für eine Intensivierung der Bildungsarbeit zu schaffen und könne nunmehr, nach der endgültigen inhaltlichen Neuorientierung beendet werden.

Vor allem sei es aber erforderlich, den Status des Landesfilmdienstes als politische Größe in Hessen nicht zu verspielen. Eine Reduktion auf ein „Institut“ sei der Rückschritt zu einer Einrichtung unter anderem mit einem Dienstleistungsangebot.

Die Buchreihe Familie 2020 wurde fortgesetzt mit dem Schwerpunktthema „Digitale Bildung“.  - Das im Rahmen der FSJ-Arbeit entwickelte Spiel „comMEDIAcate“ wurde beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet

Die Publikation mit dem Vortrag von Prof. Erdemir zum präventiven Jugendmedienschutz musste auf Grund der großen Nachfrage nachgedruckt werden. Erstmals wurde ein medienpädagogisches Forschungsprojekt mit der Uni Frankfurt vereinbart.

Verstärkt werden in der Bildungsarbeit I-Pads  eingesetzt. Die mit der Nutzung in Seminaren gewonnenen pädagogischen Erkenntnisse werden nach der Erprobung evaluiert. Im Dezember fand eine medienpolitische Tung in der Hessischen Landesvertretung in Berlin statt.

 

 

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